13.10.2020, 14:49 Uhr

Klimawandel Waldspaziergang mit Förster Alois Nissl

Der Ausee hat seit 2003 rund 2,5 Meter seines Wasserstandes verloren. Die Teilnehmer der Wanderung stehen hier auf früherer Wasserfläche.  Foto: Ulrike Pelikan-RoßmannDer Ausee hat seit 2003 rund 2,5 Meter seines Wasserstandes verloren. Die Teilnehmer der Wanderung stehen hier auf früherer Wasserfläche. Foto: Ulrike Pelikan-Roßmann

Den Klimawandel mit eigenen Augen sehen – das gelang am Freitag, 9. Oktober, bei der Waldwanderung der Wackersdorfer Ortsgruppe von Bündnis90/Die Grünen.

Wackersdorf. Förster Alois Nissl vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten veranschaulichte auf einer Waldwanderung die mannigfaltigen Probleme, mit denen heimische Wälder zu kämpfen haben. „Die anhaltende Hitze und Trockenheit machen unsere Bäume anfällig für Schädlinge“, erklärte Nissl, „es ist eine echte Herausforderung, unseren Wald für die Zukunft zu rüsten“.

Der Förster führte die Gruppe unter anderem zum Ausee, der seit dem Jahr 2003 rund 2,5 Meter seines Wasserstandes eingebüßt hatte, aber auch zu abgestorbenen Bäumen, die Opfer des Borkenkäfers wurden. Auch ein Missverständnis klärte er auf: „Unser heimischer Wald ist kein Naturwald, der so gewachsen ist“, es sei die jahrhundertelange Bewirtschaftung durch den Menschen, welche den jetzt bestehenden Naturraum ausgestaltet habe. Viele Maßnahmen der Forstwirtschaft zielen heute darauf ab, für die Zukunft robustere Baumarten einzubringen; aber auch, seltenere Arten so gut es ginge zu schützen. Nicht immer gelinge das: „Viele Setzlinge überstehen aufgrund der anhaltenden Trockenheit das erste Jahr nicht“, so der Förster.

„In Australien verbrannten vergangenes Jahr riesige Waldbestände, akut jetzt brennt es Kalifornien“, sagte Kreisrätin und Ortsgruppensprecherin Ulrike Pelikan-Roßmann. Zu glauben, der Klimawandel beträfe unsere Wälder nicht, ist ein Trugschluss. Wer mit eigenen Augen die Schäden sähe, steht vielleicht anders dazu als bislang. Gemeinderätin und Ortsgruppensprecherin Sonja Probst ergänzte, dass man im Waldentwicklungsplan für den Landkreis Gebiete zwar als „Klimaschutzwald“ ausweist, aber für Gewerbegebiete Waldflächen ohne Not überplant.

Aufgrund der Corona-Pandemie hatten die Veranstalter die Teilnehmerzahl für die Wanderung begrenzt; die Plätze waren daher ausgebucht. Aufgrund des großen Zuspruchs will die Wackersdorfer Ortsgruppe demnächst einen Zusatztermin anbieten. Unter den Reihen der Besucher war auch Bezirksvorsitzende und frisch gekürte Grünen-Direktkandidatin für den Wahlkreis Schwandorf/Cham, Tina Winklmann, welche die Wichtigkeit des ökologischen Waldumbaus unterstrich.


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