19.08.2020, 13:03 Uhr

Viele Veranstaltungen Auf den Spuren von Batmans kleinen Geschwistern – 24. Europäische Fledermausnacht

 Foto: 123rf.com Foto: 123rf.com

Sie sind die wahren Herrscher der Nacht. Sie sehen mit ihren Ohren, fliegen mit ihren Händen und rasen mit bis zu 880 Herzschlägen pro Minute durch die Dunkelheit: Handflügler, so ihre Übersetzung aus dem Lateinischen, besser bekannt als Fledermäuse. Die 24. „European Bat Night“ vom 29. bis zum 30. August lädt dazu ein, die Welt der Fledermäuse hautnah mitzuerleben und bietet die Gelegenheit, mehr über die atemberaubenden, aber bedrohten Flugkünstler zu erfahren.

Hohenburg. In Bayern bietet der LBV auf über 30 unterschiedlichen Veranstaltungen die Möglichkeit, in die Welt der Fledermäuse einzutauchen. Wer Fledermäuse in der Dämmerung entdecken will, muss sehr aufmerksam sein, um die schwarzen Silhouetten der wendigen Flugkünstler gegen den dunkler werdenden Nachthimmel zu erkennen. „Einfacher geht es auf geführten Fledermauswanderungen, bei denen Interessierte die Tiere mit Hilfe von Ultraschall-Detektoren aufspüren können“, so LBV-Biologin Anne Schneider. Dabei macht der Bat-Detektor die ultrahochfrequenten Rufe der Tiere für die Menschen hörbar.

Im Rahmen der 24. Europäischen Fledermausnacht werden in mittlerweile über 35 Ländern Veranstaltungen zu Fledermäusen angeboten, um die schützenswerten Säuger als bedrohte Tiergruppe in den Fokus des öffentlichen Interesses zu stellen. Ganz besonders in diesem Jahr, das weiterhin von der Corona-Pandemie geprägt ist, soll zudem darauf aufmerksam gemacht werden, dass nicht Fledermäuse die Schuldigen oder Verantwortlichen für die aktuelle weltweite Krisensituation sind. Bayernweit ermöglicht der LBV bis in den September hinein spannende Einblicke in das Leben der Fledermäuse. Bei Exkursionen, Vorträgen oder dem Bau von Fledermauskästen können große und kleine Naturfreunde die Welt der fliegenden Kobolde für sich entdecken. Mit ein bisschen Glück können sie die Fledermäuse sogar bei ihrer Jagd nach Insekten beobachten.

In Bayern sind insgesamt 25 Fledermausarten nachgewiesen, von denen die meisten gefährdet, einige vom Aussterben bedroht sind. Im LBV-Fledermaushaus im opferpfälzischen Hohenburg leben sogar die deutschlandweit letzten Großen Hufeisennasen. Durch den Einsatz von Pestiziden herrscht vielerorts akuter Insekten- und somit Nahrungsmangel. Zum Schutz der Tiere kann aber nahezu jeder beitragen. „Schon ein paar Blumen auf dem Balkon oder die Gestaltung von insektenreichen Gärten, zum Beispiel mit heimischen Sträuchern statt einer Thuja-Hecke, helfen unseren Fledermäusen“, so Schneider. Alle bayernweiten Fledermausveranstaltungen findet man im Internet unter www.lbv.de.


0 Kommentare