07.05.2020, 17:36 Uhr

Grünes Licht für mehr Nachhaltigkeit Der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg beschließen Klimaschutzbündnis

Der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg machen beim Klimaschutz gemeinsame Sache. Das wurde bereits bei einer Ausstellung zum Thema Elektromobilität im Juni 2019 deutlich. Foto: Christine Hollederer/Archiv Juni 2019Der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg machen beim Klimaschutz gemeinsame Sache. Das wurde bereits bei einer Ausstellung zum Thema Elektromobilität im Juni 2019 deutlich. Foto: Christine Hollederer/Archiv Juni 2019

Es gibt noch andere Themen als Corona und viele Arbeitsbereiche, die ungeachtet des Virus weiter vorangetrieben werden müssen. Nachhaltigkeit und Klimaschutz gehören dazu und stehen auf der politischen Agenda des Landkreises Amberg-Sulzbach seit Jahren ganz weit oben. Als ein weiterer Meilenstein wurde jetzt die Gründung eines Klimaschutzbündnisses mit der Stadt Amberg beschlossen.

Amberg. „Es freut mich, dass wir die zahlreichen Erfahrungen und Initiativen, die wir auf diesem Gebiet haben, einbringen können“, freut sich Landrat Richard Reisinger und begrüßt die interkommunale Zusammenarbeit. Der Ferienausschuss des Landkreises Amberg-Sulzbach gab dafür grünes Licht.

Das Klimaschutzbündnis zwischen Landkreis und Stadt soll vorhandene Ressourcen bündeln, Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg bringen und die Bürgerbeteiligung fördern. Bei einem ersten Treffen mit Landrat Richard Reisinger, Oberbürgermeister Michael Cerny, Florian Junkes, Bürgermeister der Gemeinde Hohenburg und Vorsitzender des ZEN e. V., Joachim Scheid, dem Klimaschutzkoordinator des Landkreises, und der Klimaschutzmanagerin der Stadt Amberg, Corinna Loewert, wurden vier Arbeitsfelder identifiziert: Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Mobilität und kommunale Entwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung, Lebensstil und Konsum.

Davon werden in den kommenden Wochen per Videokonferenz konkrete Maßnahmen und Projekte abgeleitet. Schwerpunkte sind unter anderem moderne Systeme zur Energiespeicherung und -steigerung, E-Mobilität, interkommunale Radwege und regionale Vermarktungsstrategien. Die Beteiligung der Bevölkerung ist ein weiterer wichtiger Faktor. „Inzwischen weiß man, dass der individuelle Lebensstil und das Konsumverhalten der Menschen wichtige Hebel für mehr Klimaschutz sind“, erklärt Joachim Scheid. Für eine nachhaltige Umstellung auf eine klimabewusste Region brauche es neben den Kommunen, Unternehmen und der Landwirtschaft das aktive Mitwirken der Bevölkerung.

Für Landrat Richard Reisinger ist der Klimaschutz nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern genießt hohe Priorität. Ein Klimaschutzziel, das im Leitbild des Landkreises „Deine Zukunft. 2030 Amberg-Sulzbach“ vor vier Jahren definiert worden ist, sei fast erreicht. Dort heißt es, dass sich bis 2030 der Landkreis zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgt. „Die Auswertung zeigt, dass wir 2018 bilanziell bereits bei einem Versorgungsgrad von 85 Prozent lagen“, so Reisinger. Nachbesserungsbedarf bestehe dagegen noch bei der Wärmeerzeugung mit Ölheizungen und dem hohen Wärmeverbrauch in Bestandshäusern.

Potentiale sieht Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid beim Ausbau von Windkraft und Photovoltaikanlagen. Rund 27 Windräder stehen im Landkreis Amberg-Sulzbach und tragen bislang zu einem knappen Drittel der benötigten Strommenge bei. Wer sich für die Investition in eine PV-Anlage auf seinem Dach interessiert, dem empfiehlt Scheid das Solarpotenzialkataster unter www.solare-stadt.de. Welche Standorte sich im Landkreis und der Stadt Amberg für Photovoltaik und Solarthermie eignen, ist damit ganz einfach zu prüfen: Die Adresse der Immobilie eingeben und schon erfährt man, wie intensiv die Sonneneinstrahlung und welche Anlage ratsam ist.


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