28.08.2019, 10:32 Uhr

Politik Burglengenfelder SPD will den „kommunalen Klimaschutz ausbauen“

2. Bürgermeister Bernhard Krebs und die SPD-Stadträte Sebastian Bösl, Peter Wein und Hans Deml machen sich zusammen mit ihrer Fraktion stark für ein Energie- und Klimaschutzkonzept für Burglengenfeld. (Foto: Michael Hitzek)2. Bürgermeister Bernhard Krebs und die SPD-Stadträte Sebastian Bösl, Peter Wein und Hans Deml machen sich zusammen mit ihrer Fraktion stark für ein Energie- und Klimaschutzkonzept für Burglengenfeld. (Foto: Michael Hitzek)

Klimapolitik und Artenschutz beginnen im Kleinen. Jeder kann etwas dazu beitragen, selbstverständlich auch eine Kommune wie Burglengenfeld. Nach einer ganzen Reihe erfolgreicher Anträge in den vergangenen Jahren hat die SPD-Fraktion nun den Antrag gestellt, dass die Stadt ein Energie- und Klimaschutzkonzept erarbeitet, das Handlungsempfehlungen für mindestens sechs wichtige Themen enthält.

BURGLENGENFELD „Wir unterstützen die“ Fridays for Future“-Bewegung ausdrücklich“, sagt Fraktionsvorsitzender Sebastian Bösl. „Unter dem Eindruck des erfolgreichen Volksbegehrens zum Artenschutz, das ja selbst Markus Söder zum Grünen werden ließ, haben wir uns schon seit geraumer Zeit die Frage gestellt, ob wir bei uns in Burglengenfeld nicht noch mehr für Klima- und Artenschutz tun können.“ Der designierte Bürgermeisterkandidat der SPD, Michael Hitzek, stellt ganz klar fest: „Die jungen Leute sind mittlerweile das Sprachrohr der Wissenschaftler, die bereits seit Anfang der 1990er Jahre vor den Folgen des Klimawandels warnen. Die Studien der „Scientists for Future“ sind eindeutig: Es herrscht akuter Handlungsbedarf.“

Die Burglengenfelder SPD setzt sich schon seit Jahren für sogenannte „grüne Themen“ ein und hat entsprechende Anträge erfolgreich im Stadtrat eingebracht. Beispiele dafür sind unter anderem das Verbot glyphosathaltiger Herbizide und Neonicotinoide auf städtischen Flächen oder die Versorgung städtischer Gebäude und Straßenbeleuchtungen zu 100 Prozent mit sauberem Ökostrom statt mit Kohle- und Atomstrom.

Mit dem Antrag für ein Energie- und Klimaschutzkonzept macht die SPD den nächsten Schritt. Es soll klären, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Reduktion der CO2-Emissionen in Burglengenfeld nach Maßgabe des 1,5 Grad-Ziels zu erreichen. Es soll ferner zu mindestens sechs Sachverhalten konkrete Handlungsempfehlungen geben. Erster Punkt ist ein schonender und flächensparender Umgang mit dem Boden und eine möglichst versiegelungsarme Gestaltung von Flächen im Stadtgebiet. Wichtig wäre ferner ein Grundsatzbeschluss zum Bodenschutz, da dieser die Strategie einer verstärkten Nutzung von Bauland im Bestand bekräftigt und die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen erleichtert. Der frühere Landtagspräsident Alois Glück hat darauf hingewiesen, dass bei der Umsetzung des Volksbegehrens „Artenvielfalt“ neben den Landwirten gerade auch die öffentliche Hand in der Pflicht ist. Auch kommunale Flächen sollten daher bienenfreundlich ausgestaltet sein. Ferner könnte die Stadt nach Auffassung der SPD die Begrünung von Dächern und Fassaden fördern. Ein solches Programm könnte Anreize schaffen, infrage kommende Flächen im privaten Besitz zu bepflanzen und damit den Schallschutz, die Wärmedämmung und die Hitzeabschirmung von Gebäuden zu verbessern. Weiteres Thema ist die Eindämmung von Schottergärten. Insekten wird damit natürlicher Lebensraum entzogen. Auch Burglengenfelder Privatleute sollten deshalb dabei unterstützt werden, zum Artenschutz einen Beitrag zu leisten, indem sie ihre Gärten entsprechend umgestalten. Und: Auf Dächern von öffentlichen Gebäuden sollten Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen installiert werden. Bei der Prüfung der Umsetzbarkeit sollten neben bautechnischen nicht nur wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend sein. Vielmehr sollte die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und die Bürger animieren, sich Strom und Wärme von der Sonne liefern zu lassen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans Deml, einer der Verfasser des Antrags, sagt: „Ich bin zuversichtlich, dass alle Stadtratskollegen diese wichtigen Schritte mittragen. Die Mehrheiten dafür müssen aber erstmal gefunden werden. Unabhängig von den Beschlüssen gibt es für Klima- und Artenschutz noch viel zu tun. Wir werden dazu sicher etliche weitere Vorschläge auf den Tisch bringen.“

Passend zum Antrag veranstaltet die örtliche SPD am Freitag, 4. Oktober, im Gewächshaus der Gärtnerei Fischer ein „Klimadinner“, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Dabei wird im Rahmen eines hervorragenden Abendessens aufgezeigt, „wie wir alle mit etwas mehr Achtsamkeit beim Einkauf unser Klima schützen können“. Verkocht werden ausschließlich regionale, saisonale Produkte aus Bio-Produktion. Ausführliche Infos dazu gibt es auf www.facebook.com/SPD.Burglengenfeld sowie auf www.spd-burglengenfeld.de. Dort können Interessierte auch den vollständigen Antrag zum Energie- und Klimaschutzkonzept nachlesen.


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