09.08.2019, 17:35 Uhr

Marlene Mortler „Tiertransport, Schlachtung und Fleischkennzeichnung erfordern europäisches Handeln“

(Foto: hxdbzxy/123RF)(Foto: hxdbzxy/123RF)

Anlässlich der Berichterstattung zu Tierschutzverstößen bei Transporten von Puten nimmt die Agrar- und Ernährungspolitikerin der CSU im Europäischen Parlament, Marlene Mortler, Stellung.

LAUF AN DER PEGNITZ „Genug ist genug. Tierschutzverstöße – nicht nur beim Transport von Tieren – müssen endlich ein Ende haben. Unsere Moral und unser christliches Leitbild verpflichten uns, die aktuelle Legislaturperiode des Europäischen Parlaments zu nutzen, um Verbesserungen bei Tiertransporten, bei der Schlachtung von Tieren und bei der Fleischkennzeichnung zu erreichen. Ich werde daher bei der designierten Kommissionspräsidentin, Frau Dr. Ursula von der Leyen, vorstellig werden und darum bitten, dass in das Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission die nachstehenden Punkte aufgenommen werden: Die Novellierung der EU-Tierschutz-Transport-Verordnung, denn nur über eine EU-weit einheitliche Anhebung der Anforderungen an Tiertransporte werden wir gemeinschaftlich tierschutzrelevante Verbesserungen bei Tiertransporten erzielen. Die Novellierung der EU-Tierschutz-Schlacht-Verordnung, denn nur über klare und strengere Regelungen beim Schlachten schaffen wir es, dass Tiere verantwortungsvoll und ethisch vertretbar geschlachtet werden. Die Schaffung einer europäischen Rechtsgrundlage, damit EU-weit verpflichtend eine Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für Fleisch sämtlicher Tierarten eingeführt werden kann. Die EU-weit verpflichtende Eierkennzeichnung kann als Blaupause dienen“, so Mortler.

Nationale Alleingänge einer Tierschutzkennzeichnung auf freiwilliger Basis wie in Dänemark, den Niederlanden oder wie dies in Deutschland geplant ist, würden nicht weiterhelfen. „Der Transparenz auf dem europäischen Binnenmarkt dienen diese nationalen Lösungen auch nicht. Das sollten nun auch alle Befürworter von auf Freiwilligkeit aufbauenden nationalen Alleingängen endlich erkennen. Nicht nur die jüngsten Bilder und Berichte sprechen eine deutliche Sprache. Ein freiwilliges Label wird es niemals schaffen, diese Zustände abzustellen. Auch im Sinne des Verbraucherschutzes ist jetzt zu handeln. Das Putenfleisch wurde in Ungarn erzeugt, nach Deutschland transportiert und nach den mir vorliegenden Kenntnissen im Lebensmitteleinzelhandel zum Teil mit der Herkunft ,Bayern‘ deklariert. Das ist Täuschung und muss ein Ende haben. Wir müssen auf europäischer Ebene handeln und auch die Herkunft klar kennzeichnen. Jetzt und schnell.“


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