22.05.2019, 20:59 Uhr

Vernetzung Energiebeauftragte tagten in der Oberpfalz – „noch nicht genutzte Potentiale identifizieren“

Die Organisatorin des Treffen Sigrun Denner (links) zusammen mit den Energiebeauftragten der Oberpfalz. (Foto: Regierung/Stühlinger)Die Organisatorin des Treffen Sigrun Denner (links) zusammen mit den Energiebeauftragten der Oberpfalz. (Foto: Regierung/Stühlinger)

Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher, Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel, Stromnetzausbau, Informationsaustausch und Vernetzung – das waren die Themen beim Treffen der Energiebeauftragten in der Regierung der Oberpfalz.

REGENSBURG Die Geschäftsstelle der Energiewende Oberpfalz hatte neben den Energiebeauftragten der Landkreise und kreisfreien Städte auch die Klimaschutzmanager von interessierten Kommunen sowie Vertreter von Energieagenturen, der Wasserwirtschafts- und Landwirtschaftsverwaltung eingeladen. In Impulsvorträgen zu Best-Practice-Beispielen und im Rahmen von Workshops wurde Fachwissen ausgetauscht.

Professor Michael Sterner, Professor für Energiespeicher und Energiesysteme an der OTH Regensburg, warb dafür, verstärkt kostengünstige vorhandene Energiequellen wie Wind und Sonne vor Ort zu nutzen. Alles was lokal erzeugt werde, müsse nicht transportiert werden. Prof. Sterner sieht den Schlüssel der Energiewende in der Schaffung regionaler Strommärkte. Dies schaffe Akzeptanz und eine regionale Wertschöpfung. Als Beispiele für gelungene Projekte nannte Prof. Sterner Bürgerenergieanlagen, die Arbeitsplätze vor Ort sichern und die unmittelbar den Menschen vor Ort zu Gute kommen. Darüber hinaus müssen die Technologien der Energiespeicher voll ausgeschöpft werden, so der Fachmann: „Alle notwendigen Technologien sind in Marktreife vorhanden, das Speicherproblem ist gelöst.“ Ein Hausbatteriespeicher könne bereits jetzt bei günstigen Batteriekosten und hohem PV-Eigenverbrauch wirtschaftlich betrieben werden. Je mehr diese Technologie genutzt werde, umso rentabler werde es auch für den einzelnen Betreiber.

Auf das Thema Klimaanpassung bzw. -wandel gingen Katharina Schätz, Klimaresilienzmanagerin der Stadt Regensburg, und Raimund Schoberer vom Sachgebiet Wasserwirtschaft an der Regierung der Oberpfalz ein. Zum Thema Stromnetzausbau in der Oberpfalz informierte Patrick Dichtler vom Sachgebiet Raumordnung bei der Regierung der Oberpfalz. Als vorbildliche Projekte wurden in den anschließenden Workshops die Energiegenossenschaften, die Klimaschutztage und das Projekt „eCarsharing“ in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Regensburg und Cham genannt.

„Das Treffen der Energiebeauftragten bei der Regierung der Oberpfalz trägt dazu bei, noch nicht genutzte Potentiale bei den erneuerbaren Energien zu identifizieren, neue Ideen weiterzugeben und im besten Fall Nachahmer zu finden. Energie, die in der Oberpfalz gewonnen wird, stärkt zudem die regionale Wertschöpfung. Der Gewinn bleibt in der Region und es werden Arbeitsplätze geschaffen“, so Regierungspräsident Axel Bartelt.

Die Regierung der Oberpfalz bietet den Energiebeauftragten seit 2013 jährlich eine Austauschplattform. Darüber hinaus förderte die Regierung der Oberpfalz seit 2013 mit Mitteln des Bayerischen Wirtschaftsministeriums ein Energiecoaching für rund 100 Kommunen in der Oberpfalz mit über 450.000 Euro. Die Städte und Gemeinden konnten sich dadurch professionell zu den energetischen Potenzialen vor Ort beraten lassen. Diese Möglichkeit steht den Oberpfälzer Kommunen weiterhin offen.

„Ich würde mich freuen, wenn sich alle Kommunen in der Oberpfalz und alle Landkreise und kreisfreien Städte aktiv mit dem Thema erneuerbare Energien auseinandersetzen und mit fachkundiger Unterstützung lokale Strategien zur Energieversorgung entwickeln. Gemeinsam können wir den Anteil der erneuerbaren Energie in der Oberpfalz noch steigern“, betont der Regierungspräsident.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch in der Oberpfalz beträgt 47 Prozent (16 Prozent Biomasse, 18 Prozent Photovoltaik, fünf Prozent Wasserkraft, acht Prozent Windkraft). Die Oberpfalz hat damit den nach Niederbayern und Schwaben unten den bayerischen Regierungsbezirken den dritthöchsten Anteil.


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