21.02.2019, 09:56 Uhr

Regierung und Landesfischereiverband an einem Tisch – Kormoran, Fischotter und Reiher waren Thema

Im Gespräch: Hans Holler, Prof. Dr. Albert Göttle, Alfred Stier, Dr. Sebastian Hanfland (rechte Seite, von vorne), Johannes Hebauer, Regierungsvizepräsident Christoph Reichert, Regierungspräsident Axel Bartelt, Horst Schmid, Norbert Dirscherl und Christine Rapp (linke Seite, von vorne). (Foto: Regierung der Oberpfalz/Roth)Im Gespräch: Hans Holler, Prof. Dr. Albert Göttle, Alfred Stier, Dr. Sebastian Hanfland (rechte Seite, von vorne), Johannes Hebauer, Regierungsvizepräsident Christoph Reichert, Regierungspräsident Axel Bartelt, Horst Schmid, Norbert Dirscherl und Christine Rapp (linke Seite, von vorne). (Foto: Regierung der Oberpfalz/Roth)

Auf Einladung von Regierungspräsident Axel Bartelt waren der Präsident des Landesfischereiverbandes (LFV), Prof. Dr. Albert Göttle, der Vizepräsident des LFV, Alfred Stier, der Bezirkspräsident des Fischereiverbandes Oberpfalz, Hans Holler, und der Geschäftsführer des LFV, Dr. Sebastian Hanfland, an die Regierung der Oberpfalz gekommen, um über aktuelle Probleme und Anliegen der Fischer in der Oberpfalz zu diskutieren. Mit dabei waren auch die Fachleute der Regierung der Oberpfalz aus den Bereichen „Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz“ und „Ernährung und Landwirtschaft“.

OBERPFALZ Regierungspräsident Axel Bartelt betonte am Anfang des Gesprächs, dass ihm ein gutes Miteinander mit den Fischern und Teichwirten in der Oberpfalz besonders am Herzen liege. „Sie sind für uns ein wichtiger Gesprächspartner. Ihre Expertisen sind für unsere Fachleute sehr wertvoll und werden auch in unserer Arbeit berücksichtigt“, erklärte der Regierungspräsident.

Prof. Göttle bekräftigte, es sei die Absicht des LFV, sich als Naturschutzverband vor allem für seltene und schützenswerte Fischarten einzusetzen, die nach Einschätzung des LFV durch Kormorane, Fischotter oder Grau- und Silberreiher in den letzten Jahren stark dezimiert worden seien. „Wir wollen Konstellationen verhindern, die sich nachteilig auf andere Arten auswirken“, so der Präsident des Landesfischereiverbandes. Eine gefährdete Fischart sei in der Oberpfalz beispielsweise die Äsche.

Norbert Dirscherl, Sachgebietsleiter für Naturschutz an der Regierung der Oberpfalz, erläuterte das von der Regierung der Oberpfalz initiierte Kormoranmanagement und informierte unter anderem über die aktuellen Maßnahmen am Rußweiher in der Stadt Eschenbach. Durch präventive Maßnahmen habe man ein Anwachsen der Kormorankolonie im letzten Jahr verhindern können. „Wir werden im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten auch künftig alles tun, damit zusätzliche Schäden in der Teichwirtschaft durch neue Kormorankolonien vermieden werden“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt.

Auch in der stark zunehmenden Population des Fischotters sahen die Vertreter des LFV ein Problem für die Fischbestände. Wegen der besonderen Betroffenheit des Regierungsbezirks wurde vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium ein Pilotprojekt zum Fischottermanagement in den drei Oberpfälzer Landkreisen Tirschenreuth, Schwandorf und Cham initiiert. Darüber hinaus informierte Dr. Hanfland, dass er von mehreren Mitgliedern darauf hingewiesen worden sei, dass auch Silber- und Graureiher im Herbst beim Abfischen von Teichen vor allem kleinere Fische fressen würden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat dazu ein Gutachten über das Verhalten der Grau- und Silberreiher in Auftrag gegeben und im Internet unter www.lfu.bayern.de veröffentlicht.

Prof. Göttle bedankte sich am Ende des Gesprächs bei der Regierung der Oberpfalz für den sachgerechten Umgang mit den vielen verschiedenen Einzelthemen und für die vielen problemorientierten Lösungsansätze. „Als Naturschutzverband fühlen wir uns bei Ihnen gut aufgehoben und ernst genommen. An der guten Zusammenarbeit wollen wir auch in Zukunft festhalten“, betonte Prof. Göttle. Der offene Dialog soll fortgesetzt werden.


0 Kommentare