14.02.2019, 18:38 Uhr

Erfahrungsaustausch Das Energieeffizienz-Netzwerk wird fortgeführt – erstes Treffen in Kemnath

Teilnehmer des Netzwerktreffens. (Foto: IfE)Teilnehmer des Netzwerktreffens. (Foto: IfE)

Nach dem Abschluss der Förderphase waren sich die Energieeffizienz-Netzwerkteilnehmer einig, sich weiterhin vier Mal im Jahr zu treffen. Der Austausch sei den Teilnehmern wichtig und zugleich hilfreich.

AMBERG/WEIDEN Nach dem Abschluss des vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) drei Jahre lang geförderten Energieeffizienz-Netzwerks, der im November 2018 an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden zelebriert wurde, wurde die Fortführung, obwohl keine explizite Netzwerkförderung gegeben ist, gemeinsam beschlossen.

Das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (IfE) gründete das Netzwerk im Jahr 2016. Seither treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Kommunen und Landkreise (Landkreis Bamberg, Landkreis Forchheim, Landkreis Haßberge, Landkreis Nürnberger Land, Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, Landkreis Roth, Landkreis Schwandorf, Landkreis Tirschenreuth, Stadt Amberg, Stadt Neumarkt, Stadt Straubing, Erzbistum Bamberg) regelmäßig, um vom kontinuierlichen Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern zu profitieren.

Am 12. Februar fiel der Startschuss der Fortführung des Energieeffizienz-Netzwerks in Kemnath. Der zweite Bürgermeister der Stadt Kemnath, Hermann Schraml, hieß die Anwesenden herzlich willkommen und überlies sodann das Wort Herrn Prof. Markus Brautsch (IfE). Dieser begrüßte ebenfalls die Netzwerkteilnehmer und stellte das vorgesehene Programm sowie aktuelle Förderprogramme und anstehende Veranstaltungen vor.

Zudem wurde den Vertreterinnen und Vertretern das Netzwerkjournal, welches dank der Unterstützung aller Netzwerkteilnehmer erstellt werden konnte, überreicht. Das Netzwerkjournal fasst die 12 Netzwerktreffen der letzten drei Jahre sowie die bearbeiteten Projekte im Rahmen des Netzwerkes für den Leser zusammen und stellt die beteiligten Kommunen vor.

Anschließend hielt Prof. Markus Brautsch (IfE) einen Vortrag zum Energiedemonstrationsvorhaben (EDV) der Stadt Kemnath. Im Jahr 2011 wurde beschlossen, ein EDV in der Stadt Kemnath zu verwirklichen. In der circa 5.500-Einwohner-Stadt sind zahlreiche Betriebe sowie typische Energieverbraucher, z.B. kommunale Liegenschaften, vorhanden. Im Rahmen der umgesetzten Projekte wurde zum Beispiel Wärmenetze, ein SolarCarport und mehrere Photovoltaikanlagen in der Stadt Kemnath installiert. Aber nicht nur die Industrie war im Energienutzungsplan beteiligt, sondern auch die privaten Haushalte der Stadt sowie kommunale Liegenschaften.

Anschließend hielt Weismeier seinen Fachvortrag zur integrierten Energielösung der Firma Ponnath. Das Unternehmen wurde 1692 von Johann Adam Ponader gegründet und wird seither mittlerweile in der zwölften Generation von der Gründerfamilie geführt. Das Unternehmen hat insgesamt 6 Standorte sowie über 1.300 Mitarbeiter und verzeichnet eine Tagesproduktion von circa 200 Tonnen. Weismeier erklärte, welche Besonderheiten bei der Umsetzung des geplanten Energiekonzept vorhanden waren, da es sich hier um einen lebensmittelverarbeitenden Betrieb mit großem durchgehendem Kältebedarf zur Lebensmittelkühlung handelt. Ein weiterer Baustein im Gesamtprojekt ist die Einbindung des BHKW zum Aufbau eines Netzersatzbetriebs am Standort. Dadurch entstand ein hocheffizienter innovativer Energieverbund. Bei der Umsetzung eines solchen komplexen Projekts ist insbesondere die umfassende Datenerfassung und -auswertung zwingend notwendig. Es ist anzumerken, dass mit dem Aufbau der Energieversorgung der CO2-Ausstoß von rund 1.800 t im Jahr vermieden werden konnte. Das Projekt wurde im Übrigen im Jahr 2017 sogar zum BHKW des Jahres gekürt und hat 2018 den bayerischen Energiepreis erhalten.

Nach einer Mittagspause und den Fachvorträgen hatten die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen die Möglichkeit, sich selbst einen Eindruck von den Heizräumlichkeiten der Firma Ponnath zu machen und Fragen zu stellen.


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