05.01.2019, 14:44 Uhr

Frage nach Atommüll-Endlager Atommüllexperten Jan Haverkamp beim Workshop „Forschung für nukleare Sicherheit“ dabei

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Durch Zufall haben die Initiativen der möglichen ostbayerischen Endlagerstandorte im Fichtelgebirge, im Oberpfälzer Wald und im Saldenburger Granit vom Workshop „Forschung für nukleare Sicherheit“ zur Forschungsstrategie und -agenda des Bundesamtes für Endlagerung (BfE) am 30. Januar 2019 erfahren. Die ostbayerischen Initiativen schicken den Atommüllexperten Jan Haverkamp von Nuclear Transparency Watch zu dieser Veranstaltung.

FICHTELGEBIRGE Ein ständiges Problem sei die Finanzierung derartiger Teilnahmen. Kreisrätin Brigitte Artmann von den Grünen im Fichtelgebirge sagt „Schweden bezahlt seiner Öffentlichkeit die Teilnahme an der Endlagersuche. Deutschland sucht das Atommüll-Endlager unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wer kein Geld hat, kann sich auch nicht beteiligen. Man wird zur Labormaus degradiert über die in Studien entschieden wird.“ Allein für Fahrtkosten, Übernachtung und Verpflegung müsse man für derartige Veranstaltungen jedes Mal rund 500 Euro rechnen. Dazu kämen drei Tage Verdienstausfall. Ohne Finanzierung durch das Bundesamt sei somit eine adäquate Beteiligung der Öffentlichkeit überhaupt nicht möglich. Bezahlt werde die Teilnahme des Experten diesmal durch die Grünen im Fichtelgebirge, die Grünen-Kreisrätin Sonja Reichold aus Neustadt an der Waldnaab, die BI WAA NAA, die ÖDP Tirschenreuth/Weiden und die Grünen-Kreisrätin Halo Saibold aus Passau.

Schon länger plane das BfE über die Köpfe der betroffenen Öffentlichkeit hinweg mit Statuskonferenzen und Veranstaltungen die Atommüllendlagerung in Deutschland, so die Kritik. Zwar heiße es danach in Presseveröffentlichungen immer „mit Vertretern der Zivilgesellschaft“, allerdings seien das meist Vertreter der Energieversorger und der Atommüllindustrie. Die ostbayerischen Initiativen habe sich zwar in allen Nachrichtenverteilern der zuständigen Behörden und Ministerien angemeldet, haben von Anfang an um Finanzierung gefragt, „aber sie fliegen immer mal wieder aus den Verteilern, müssen sich neu anmelden und bekommen auch kein Geld“.

Für den Workshop am 30. Januar 2019 heißt es „Forschung hinterfragt bestehendes Wissen, untersucht offene Fragen und schließt Wissenslücken. Damit ist sie ein wesentliches Instrument des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), um bei der Arbeit ein hohes Sicherheitsniveau im Blick zu behalten. Die Grundsätze der Forschung und der geplanten Schwerpunkte hat das BfE in einer Forschungsstrategie und einer Forschungsagenda formuliert. Beide Dokumente stehen am 30. Januar 2019 in dem interdisziplinären Workshop ,Forschung für nukleare Sicherheit‘ in Berlin zur Diskussion. Der Workshop richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Forschungs- und Facheinrichtungen, Universitäten, Instituten und Fachgremien. Die Veranstaltung ist öffentlich.“

„Zur Zielgruppe der Fachgremien gehören die ostbayerischen Initiativen mit ihren Atom-Expertinnen und -Experten definitiv.“ Ihr Experte Jan Haverkamp wird bei dem Workshop erneut eine Finanzierung der Öffentlichkeit und eine adäquate Beteiligung fordern.


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