20.12.2018, 23:41 Uhr

Runder Tisch tagte im Landratsamt Bauern, Waldbesitzer und Jagdgenossen ziehen Bilanz

Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wolfhard-Rüdiger Wicht (4.v.re) lud Bauern, Waldbesitzer und Jagdgenossen zum Runden Tisch ins Landratsamt Amberg-Sulzbach, um über aktuelle Themen zu sprechen. (Foto: Christine Hollederer)Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wolfhard-Rüdiger Wicht (4.v.re) lud Bauern, Waldbesitzer und Jagdgenossen zum Runden Tisch ins Landratsamt Amberg-Sulzbach, um über aktuelle Themen zu sprechen. (Foto: Christine Hollederer)

Alle drei Jahre erstellt die Bayerische Forstverwaltung für die rund 750 bayerischen Hegegemeinschaften in Bayern Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung. Ergebnis im Landkreis Amberg-Sulzbach: „Alle 16 Hegegemeinschaften sind auf dem richtigen Weg“, betonte Wolfhard-Rüdiger Wicht, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Amberg beim Runden Tisch mit Landwirten, Waldbesitzern und Jägern im Landratsamt Amberg-Sulzbach. Laut Gutachten gebe es durchwegs weniger Leittriebverbiss bei der Waldverjüngung.

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Wesentlicher Maßstab für die Bewertung der Verbisssituation im Gutachten ist das Erreichen des „Waldverjüngungsziels“ des Bayerischen Jagdgesetzes. Demnach sollen sich die standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen natürlich verjüngen können. In den so genannten „grünen“ Hegegemeinschaften mit tragbarer oder günstiger Verbisssituation kann das Waldverjüngungsziel erreicht werden. Dies ist bei sieben der 16 Hegegemeinschaften im Landkreis der Fall. In neun Hegegemeinschaften ist der Verbiss laut Wicht allerdings noch zu hoch.

Im Anschluss an die Vorstellung des Gutachtens der Bayerischen Forstverwaltung ging der Leiter des Veterinäramts Amberg, Dr. Werner Pilz, auf das Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) ein. Diese wurde jüngst in Belgien, aber vor allem in Tschechien nachgewiesen. Der Landkreis Amberg-Sulzbach trifft seit einigen Wochen und Monaten Vorbereitungen für den Fall eines Ausbruchs der ASP in der Region. So wurden so genannte Steenhäuser angeschafft und werden Sammelstellen eingerichtet. Zudem wurden Hegeringleiter geschult und Bergeboxen verteilt sowie entsprechende Hinweisschilder an Rast- und Parkplätzen entlang der A 6 aufgestellt und ein Rahmenplan erstellt. Hier wies Dr. Pilz vor allem auf die Bedeutung einer fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit der Unteren Jagdbehörde, des AELF, der Bayerischen Staatsforsten von Polizei, THW und Freiwilliger Feuerwehr hin.

Auf Anregung von Kreisobmann Peter Beer wurde zudem über das Thema Freizeitsport in Wald und Flur diskutiert. Maria Reif, Sachgebietsleiterin Naturschutzrecht am Landratsamt, erläuterte zunächst die rechtliche Situation, anschließend berichtete Martin Seits, der Leiter des Forstamtes in Amberg, über seine Erfahrungen am Mariahilfberg mit Querfeldeinradlern und anderen Problemen.

Ein weiteres Thema waren die Schäden durch Krähen in der Landwirtschaft. Die Population nehme zu, stellte Jagdberater Dieter Dehling fest. Vor allem im Bereich Auerbach führe das zu Problemen. So machten sich Krähen an Silos zu schaffen, was zu letztlich zu Schimmelbildung und verdorbenem Futter führe. Deshalb fordern die Jagdpächter eine Lösung, die aber aktuell nicht in Sicht sei, so Dehling, da bspw. dem Krähenfang das Tierschutzrecht entgegensteht. Dr. Günther Baumer regte hier einen Versuch mit wissenschaftlicher Begleitung an.

Markus Martini stellte sich bei den Landwirten, Waldbesitzern und Jagdgenossen als neuer Wolfsbeauftragter für die Oberpfalz vor. Sein Büro hat er seit November im Kultur-Schloss Theuern. Dort ist er montags, dienstags und mittwochs unter der Telefonnummer 09621/ 39-1990 oder per Mail an markus.martini@lfu.bayern.de erreichbar.

Der Naturpark Hirschwald stellt zum 1. März 2019 einen Naturpark-Ranger ein. Dieser kümmert sich neben Naturschutz und Landschaftspflege unter anderem um die Entwicklung und Umsetzung von Besucherlenkungskonzepten sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Bewerbungen sind noch bis 6. Januar an den Naturpark Hirschwald möglich.


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