04.10.2018, 11:58 Uhr

Vogel des Jahres 2018 Spektakuläre Flugmanöver des Stares können beim Vogelzug beobachtet werden

(Foto: coboflupi/123RF)(Foto: coboflupi/123RF)

Derzeit ist der herbstliche Vogelzug in vollem Gange und so bietet sich fast täglich die Gelegenheit, Schwalben, Drosseln oder mit Glück auch mal Kraniche auf der Durchreise durch Bayern in die südlichen Überwinterungsquartiere zu sehen

BAYERN „Die spektakulärsten Flugformationen bilden die Stare, deren riesige schwarze Schwärme aus etwas Entfernung wie eine große, synchron-wabernde Wolke aussehen“, sagt LBV-Expertin Christiane Geidel. In Bayern schließen sich die bekannten Zugvögel zu Scharen mit bis zu 1.000 Tieren zusammen. Die Beobachtung ihrer waghalsigen Manöver bietet Naturfreunden derzeit ein echtes Schauspiel. Der LBV empfiehlt daher noch bis Mitte Oktober, einen besonders lohnenswerten Blick in den Himmel zu richten.

In Bayern erreichen die Staren-Scharen oft eine Größe von mehreren hundert Vögeln, die zum Ausruhen gerne Stromleitungen bevölkern. Bei ihren spektakulären Flugmanövern, ist es faszinierend zu beobachten, wie die riesigen Schwärme sich nahezu synchron bewegen und die Vögel dabei niemals zusammenstoßen. „Jeder Star achtet auf seine Schwarmnachbarn und jede Richtungsänderung reißt somit auch den Schwarmgenossen mit. Die Summe der Einzelentscheidungen ergibt dann das, was wir als einheitlich sich bewegende Wolke wahrnehmen“, erklärt Geidel.

Als riesiger Schwarm unterwegs zu sein, hat Vorteile. Zum einen bietet die Gruppe den Schutz der Gemeinschaft. Rein statistisch ist das Risiko für ein einzelnes Tier von einem Greifvogel erwischt zu werden umso geringer, je größer die Gruppe ist. „Für einen Angreifer ist das Durcheinander eines Starenschwarms verwirrend und macht es viel schwieriger, sich auf ein einzelnes Ziel zu fokussieren“, sagt die LBV-Expertin. Außerdem dient der Schwarm auch dem Informationsaustausch. Junge und unerfahrene Stare oder solche, die einfach kein Glück bei der Nahrungssuche hatten, brauchen am nächsten Tag nur den Artgenossen hinterherfliegen, die es am eiligsten haben, an einen guten Platz mit Nahrung zurückzukehren. „Eine große Schlafplatzgruppe kann somit auch als Informationsbörse dienen. Generell sind Stare eine sehr soziale Vogelart und schon zur Brutzeit bevölkern sie gerne nebeneinander hängende Nistkästen. Auf dem Vogelzug setzt sich ihr soziales Verhalten fort“, sagt Christiane Geidel.

Derzeit können bayerische Naturfreunde an geeigneten Orten die Starenschwärme in der Dämmerung lange Zeit über einem gemeinsamen Schlafplatz im Pulk hin und her fliegen sehen. Erst bei einbrechender Nacht lassen sich die Vögel zum Schlafen nieder. Vor allem an Seen mit großen, ausgedehnten Schilfzonen sammeln sie sich besonders gerne und suchen Schutz für die Nacht.

Wer mehr über den Vogelzug erfahren will, hat rund um das kommende Oktoberwochenende beim European Bird Watch bei zahlreichen bayernweiten LBV-Exkursionen die Möglichkeit dazu. Dabei werden sich sicherlich auch gute Möglichkeiten bieten, das Schwarmverhalten der Stare zu beobachten. Mehr Informationen unter www.lbv.de/birdwatch.


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