02.10.2018, 08:51 Uhr

Spende der Sparkasse Der Landkreis Neustadt an der Waldnaab fördert die „Wiedereinbürgerung“ des Habichtskauzes

Josef Pflaum, Johannes Bradtka, Landrat Andreas Meier und Michaela Domeyer. (Foto: LRA Neustadt an der Waldnaab)Josef Pflaum, Johannes Bradtka, Landrat Andreas Meier und Michaela Domeyer. (Foto: LRA Neustadt an der Waldnaab)

Neustadts Landrat Andreas Meier und Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkassen, Josef Pflaum, trafen sich mit dem Vorsitzenden des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e. V. (VLAB), Johannes Bradtka, um einen Spendenschecks über 1.500 Euro zur Förderung des Projekts zur „Wiedereinbürgerung“ des Habichtskauzes in Nordbayern zu übergeben.

LANDKREIS NEUSTADT AN DER WALDNAAB Bei dem Projekt werden Habichtskauze, die in zoologischen Gärten gezüchtet wurden, auf das Leben in der freien Natur vorzubereitet. Diese gefährdete Art gilt außerhalb von Naturparks bereits als ausgestorben.

Erste Vorbereitungen für die Wiederansiedlung begannen bereits im Jahr 2015. Im Juni 2017 konnten dann die ersten nachgezüchteten Jungeulen auf ihr Überleben in freier Natur vorbereitet werden. Dies geschieht in einer Eingewöhnungsvoliere, in der die Tiere etwa vier Wochen geschützt leben und dabei nach und nach endgültig vom Menschen entwöhnt werden.

Eine dieser Eingewöhnungsvolieren in einem Wald nahe Hessenreuth wurde auch bei der Spendenübergabe besichtigt. Michaela Domeyer, Fachkraft für Landschaftspflege und Naturschutz beim VLAB erklärt, dass diese Voliere zum Schutz der Tiere weit innerhalb des Waldes liegt, um so den menschlichen Einfluss so gering wie möglich zu halten. Zur Marderabwehr wird außerdem auch noch ein Elektrozaun aufgestellt, sowie zur Überwachung der Tiere Kameras installiert. Die Fütterung erfolgt über eine spezielle Vorrichtung, in der die Tiere noch nicht einmal die Hand eines Menschen sehen müssen. Außerdem ist die Voliere am Boden durchgängig, so dass Mäuse, die Hauptnahrung der Habichtskauze, nach innen gelangen können. Mit der Zeit lernen die Tiere hier, sich ihre Beute selbst zu jagen, ihr außergewöhnliches Gehör hilft ihnen dabei.

Johannes Bradtka beziffert die Kosten des Projekts mit aktuell 63.000 Euro, dabei sind der Transport und das Futter besonders große Kostenfaktoren. Ein Brutkasten schlägt mit 150 Euro zu Buche, diese werden in einer Behindertenwerkstatt gefertigt. Hier zeigt sich nach Aussage von Bradtka auch, dass dieses Projekt nicht nur ein reines Artenschutzprogramm ist, sondern auch eine soziale Komponente enthält. Bradka möchte sich auch für die finanzielle Unterstützung des Projekts durch die Bayerischen Staatsforsten bedanken. Nach dem vierwöchigen Aufenthalt in der Voliere werden die Tiere ausgewildert. Dafür sind in der Umgebung im Wald Brutkästen an den Bäumen angebracht, in denen jeweils ein Tierpaar leben und nisten kann. Aktuell befinden sich im Landkreis Neustadt 20, im Landkreis Tirschenreuth 50 Kästen. Zur Identifikation der Tiere sind sie durch einen Ring gekennzeichnet und in einer europäischen Datenbank erfasst.

Gegen Ende des Termins wurde die momentan noch unbewohnte Voliere von innen besichtigt, die nach Aussage von Pflaum „hier drinnen viel größer erscheint, als man von außen vermuten würde“. Die aufwendige und durchdachte Gestaltung beweist auch, mit welch großem Engagement und fachlicher Kompetenz hier Artenschutz betrieben wird.


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