21.08.2018, 22:01 Uhr

Neuer Service Die Abfallbroschüre des Landkreises Amberg-Sulzbach gibt es ab sofort in leichter Sprache

Stephan Schwarzenberger (stellv. Leiter Amt für Abfallwirtschaft), Georg Dietrich (Vorsitzender des gemeinsamen Inklusionsbündnisses der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach), Landrat Richard Reisinger und Monika Ehrenreich (Büro für Lektorat und leichte Sprache). (Foto: Christine Hollederer)Stephan Schwarzenberger (stellv. Leiter Amt für Abfallwirtschaft), Georg Dietrich (Vorsitzender des gemeinsamen Inklusionsbündnisses der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach), Landrat Richard Reisinger und Monika Ehrenreich (Büro für Lektorat und leichte Sprache). (Foto: Christine Hollederer)

Die Abfallbroschüre des Landkreises Amberg-Sulzbach gibt es ab sofort in leichter Sprache. „Wir wollen, dass unsere Informationen möglichst von allen Menschen verstanden werden“, sagte Landrat Richard Reisinger bei der Vorstellung der Abfallbroschüre im Landratsamt Amberg-Sulzbach.

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Das Behördendeutsch lässt sich nicht immer vermeiden, bspw. in Bescheiden, die rechtssicher sein müssen, aber dennoch wollen wir als moderner Dienstleister im täglichen Austausch mit unseren Kunden, den Bürgerinnen und Bürgern, so einfach und verständlich wie möglich kommunizieren, so der Landkreischef.

Die Abfallbroschüre richtet sich an alle Menschen, denen das Lesen von langen Sätzen und komplizierten Sachverhalten schwerfällt. Zur Zielgruppe gehören Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernschwäche sowie Menschen, die Probleme mit der deutschen Sprache haben. In Zusammenarbeit mit dem Büro für Lektorat und leichte Sprache von Monika Ehrenreich wurde die Abfallbroschüre des Landkreises Amberg-Sulzbach übersetzt.

Leichte Sprache heißt, eine klare und verständliche Sprache, sodass sich alle Menschen selbstbestimmt ihre Informationen holen können, erklärte Ehrenreich beim Pressetermin im Landratsamt. Für die Übersetzung in eben jene leichte Sprache braucht es Experten; Menschen, die eine geistige Behinderung oder Lernschwäche haben. Im Fall der Abfallwirtschaftsbroschüre des Landkreises Amberg-Sulzbach waren dies Menschen der Jurawerkstätten in Amberg, die in der Projektgruppe „Alles klar“ als so genannte Prüfer eingesetzt wurden und so an der Umsetzung und Gestaltung der Broschüre aktiv mitgewirkt haben.

Der Vorsitzende des Inklusionsbündnisses der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach, Georg Dietrich, begrüßte den Schritt des Landkreises hin zu einer Abfallbroschüre in leichter Sprache. „Und der Bedarf ist definitiv da“, stellte Landrat Richard Reisinger fest. Laut einer Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2011 gibt es in Deutschland rund 7,5 Millionen funktionale Analphabeten und etwa jeder Siebte hat eine schwache bis sehr schwache Lesekompetenz. Heißt im Klartext: Gut ein Viertel der Deutschen kann schwierige Texte nicht verstehen. Die leichte Sprache ist für diese Menschen eine echte Alternative, da verschachtelte Sätze und Fremdwörter nicht vorkommen, sagte Reisinger.

Die Broschüren ist ab sofort kostenlos im Amt für Abfallwirtschaft des Landkreises Amberg-Sulzbach (Schloßgraben 3, 92224 Amberg) erhältlich oder kann im Internet unter www.kreis-as.de abgerufen werden. Nach wie vor bietet das Landratsamt Amberg-Sulzbach mit seinen Mitarbeitern aber auch persönliche Hilfestellung an, versicherte der Landkreischef.


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