03.07.2018, 09:33 Uhr

Nachtaktive Flugkünstler Bestandsaufnahme an 13.600 Nistkästen in der Oberpfalz – 14 Waldfledermausarten bei 9.500 Tieren gezählt

Brandtfledermaus mit Jungtier am Nistkasten. (Foto: Rudolf Leitl)Brandtfledermaus mit Jungtier am Nistkasten. (Foto: Rudolf Leitl)

Ein Gemeinschaftsprojekt von Forst und Naturschutz hat die Fledermausbestände in Oberpfälzer Waldgebieten ermittelt und den erfolgreichen Einsatz von Nistkästen für Waldfledermäuse bestätigt.

GRAFENWÖHR/HOHENFELS Über 13.000 Nistkästen im bayerischen Staatswald, auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels sowie in kommunalen und privaten Wäldern wurden untersucht – 14 Waldfledermausarten mit annähernd 9.500 Individuen wurden angetroffen. Träger des Projekts sind die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) und das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU).

Wälder sind wichtige Jagd- und Wohnhabitate für viele Fledermausarten. Baum- oder Felshöhlen im Wald sind ideale Behausungen für die nachtaktiven Säugetiere. Diese zu erhalten und neuen Lebensraum für die Fledermäuse zu schaffen, ist eine Aufgabe der sich Förster und Naturschützer in der Oberpfalz angenommen haben. Dabei leisten auch künstliche Ausweichquartiere einen wichtigen Beitrag. Das hat nun eine Bestandsaufnahme an 13.600 angebrachten Nist- und Wohnkästen in der Oberpfalz eindrucksvoll gezeigt. Im vergangenen Jahr wurden alle bekannten Kästen inventarisiert, deren Zustand dokumentiert und die angetroffenen Fledermäuse bestimmt. Insgesamt 14 heimische Fledermausarten wurden vorgefunden – das sind mit Ausnahme der Nymphenfledermaus sämtliche Waldfledermausarten Bayerns. Dies ist ein überraschend positives Ergebnis vor dem Hintergrund, dass einige Experten die Wirksamkeit von Fledermauskästen anzweifeln.

„Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass wir mit diesem zusätzlichen Quartierangebot die natürlichen Lebensräume, die durch unsere naturnahe Waldbewirtschaftung entstehen, wirkungsvoll ergänzen können. Die Bayerischen Staatsforsten werden so ihrer Verantwortung für alle im Wald lebenden Fledermausarten gerecht“, sagte Staatsforsten-Vorstand Reinhardt Neft anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse in Schnaittenbach. Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt fügte an: „Wir brauchen in unseren Wäldern flächendeckende Biodiversität und Artenschutz. Nistkästen bieten für unsere Waldfledermäuse wertvolle Ausweichquartiere bei fehlenden Biotopbäumen.“ Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), Olaf Schmidt, betonte, dass „Experten der LWF und des regionalen „Natura 2000“-Kartierteams maßgeblich zu einer zeitnahen und fundierten Artenerfassung beitragen konnten.“


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