07.05.2018, 11:48 Uhr

Abstimmung zwischen Landwirt und Jäger Kitze und Niederwild wirksam vor dem Mähtod schützen!

(Foto: BJV)(Foto: BJV)

Die Mähzeit im Frühjahr fällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Doch „Drücken“ schützt vor dem Fuchs, aber nicht vor dem Mähwerk. Neben dem tierschutzrechtlichen Aspekt sind Mähunfälle psychisch belastend und gefährden die Futterqualität sowie die Gesundheit der Kühe durch Botulismus.

SCHWANDORF Deshalb appellieren der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes der Oberpfalz, Josef Wutz, und der Oberpfälzer Regierungsbezirksvorsitzende des Bayerischen Jagdverbandes, Alexander Flierl, an die Landwirte und Jagdpächter, den Kontakt zu suchen und zu halten, um durch vor Ort abgestimmte Maßnahmen Kitze, Junghasen und Gelege von Bodenbrütern bei Mäh- und Erntearbeiten zu schützen.

Das A und O ist die rechtzeitige Absprache und Abstimmung zwischen Landwirt und Jäger. „Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd“, so der BJV-Vorsitzende Flierl. Nur dann besteht die Möglichkeit, Wildscheuchen aufzustellen sowie die Wiesen und Felder abzusuchen. Zur Vergrämung eignen sich auch elektronische Wildscheuchen, die durch optische und akustische Signale dazu führen, dass die Kitze nicht in der zu mähenden Wiese abgelegt werden. Der Bauernverband hat sich dafür eingesetzt, dass solche Geräte aus der Jagdabgabe gefördert werden. Die zur Verfügung stehenden Mitteln, mit denen 200 Kitzretter gefördert werden konnten, waren binnen zwei Tagen ausgeschöpft. „Dies zeigt das große Interesse als auch die Bereitschaft der Landwirte, Kitze zu retten“, erklärt BBV-Präsident Wutz. Der BBV sei bemüht, eine Aufstockung der Mittel zu erreichen. Ebenso können durch eine angepasste Mähstrategie (von innen nach außen) und einer Schnitthöhe von 15 bis 20 Zentimetern bei der Ernte von Grünroggen Mähverluste reduziert werden. Abschließend betonen beide Vorsitzenden die gemeinsame Verantwortung der Landwirte und der Jäger für die Wildtierrettung.


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