20.04.2018, 09:20 Uhr

Volkszählung Vogelbeobachtung am Futterplatz

(Foto: kuzeytac/123rf.com)(Foto: kuzeytac/123rf.com)

Futterstellen sind eine gute Möglichkeit, Vögel zu beobachten und ihr Verhalten kennenzulernen. „Wer Spaß daran hat, kann unsere heimischen Vögel im Garten das ganze Jahr über mit Futter anlocken“, erklärt Martina Gehret, die „Citizen Science“-Beauftragte beim LBV.

BAYERN Damit ist es auch leichter, die Vögel zu zählen. Denn von Vatertag bis Muttertag laden LBV und sein bundesweiter Partner NABU zur vierzehnten „Stunde der Gartenvögel Plus“ ein. Alle bayerischen Naturfreunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang jeden Vogel in ihrem Garten, auf dem Balkon oder in einem Park zu zählen. Die Ergebnisse des „Citizen Science“-Projekts liefern Aufschluss über die Entwicklung der heimischen Vogelwelt und die Bedeutung des Lebensraums Garten.

Wenn der Frühling kommt, ist das ein Zeichen für die meisten Menschen, ihre Futterhäuschen wieder im Schuppen zu verstauen. Dabei finden die Vögel im zeitigen Frühjahr oft nur wenig Nahrung. Beerensträucher und Samenstände vom Vorjahr sind bereits leergefressen und die große Vielfalt der Insektenarten ist als Nahrung noch nicht verfügbar. Das Brutgeschäft, die Jungenaufzucht und die anschließende Mauser sind für die Vögel jedoch mit einem hohen Energieaufwand verbunden.

„Wenn einige wenige Regeln berücksichtigt werden, schadet die Vogelfütterung das ganze Jahr über nicht und macht großen Spaß“, so Gehret. An oberster Stelle steht dabei die Hygiene an der Futterstelle. Denn Krankheiten können sich leichter ausbreiten, wo sich viele Vögel sammeln. Übrigens: Im Frühling und Sommer liefern Sämereien und Körner die beste Energie. Während der Jungenaufzucht verfüttern die Elterntiere instinktiv das richtige Futter. Bei den meisten Arten sind das Insekten. Um den Tieren in dieser Zeit etwas zu helfen kann man getrocknete Insekten und Weichtiere, wie zum Beispiel getrocknete Mehlwürmer, anbieten. „Aber, eine Fütterung hilft meist nur einzelnen Vögeln häufiger Arten und ist auch kein Ersatz für einen naturnahen Garten“, weiß die „Citizen Science“-Beauftragte.

Denn Gärten, Balkone und Parks können wahre Naturparadiese sein und neben Vögeln einer Vielzahl an Tierarten ein Zuhause bieten. „Heimische Pflanzen und Strukturen wie Totholz, Steinmauern und wilde Ecken erhöhen die Bedeutung von Gärten vor allem in dichten Siedlungsräumen“, erklärt die LBV-Artenschützerin. Der Garten als „Naturschutzgebiet“ wird immer wichtiger für die Tier- und Vogelwelt. Denn durch die zunehmend industrialisierte und intensivierte Landwirtschaft wird der Lebensraum vieler Tierarten großflächig zerstört oder unbewohnbar gemacht.

Mitmachen bei der Stunde der Gartenvögel ist einfach und Expertenwissen über Vögel ist nicht notwendig: Man setzt sich vom 10. bis zum 13. Mai eine Stunde lang mit Block und Stift in den Garten, Park oder auf den Balkon und zählt in diesem Zeitraum alle Vögel, die zu beobachten sind. Die Daten können direkt online in ein Formular eingegeben, per Post abgeschickt oder über Fax zum LBV gesandt werden. Auf der großen Aktionsseite www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de können sich alle Interessierten detailliert über das „Citizen Science“-Projekt informieren, die Steckbriefe der häufigsten Gartenvögel ansehen und viele Expertentipps einholen.


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