06.02.2018, 12:24 Uhr

Umwelt Lokale Aktionsgruppe Amberg-Sulzbach lud zur „Erfassung (historischer) Kulturlandschaften“ ein

(Foto: Armin Röhrer)(Foto: Armin Röhrer)

Über 40 Interessierte aus dem ganzen Landkreis Amberg-Sulzbach waren in den Rathaussaal nach Sulzbach-Rosenberg gekommen, um sich über das Leader-Kooperationsprojekt „Erfassung (historischer) Kulturlandschaften“ zu informieren. Dazu eingeladen hatte die LAG (Lokale Aktionsgruppe) Amberg-Sulzbach unter Federführung von Landrat Richard Reisinger, zugleich erster Vorsitzender, und LAG-Managerin Maria Schmalzl.

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Was steckt hinter dem Projekt? Wichtigstes Ziel ist es, unsere reiche Kulturlandschaft zu erfassen und dieses Wissen in einer öffentlichen Datenbank zu sichern. Das Wort „historisch“ steht im Projekttitel bewusst in Klammern, da es sich durchaus auch um noch existierende Elemente handeln kann. Kulturlandschaftselemente können zum Beispiel Brücken, Bäume, Wälder, Streuobstwiesen, Treppen, Hügelgräber, ganze Ortschaften, und so weiter sein. Die Erfassung selbst geschieht durch das Ausfüllen eines Fragebogens, hauptsächlich durch Ehrenamtliche. Der Fragebogen enthält dabei die wichtigen Informationen zu Lage und Art des Objekts, sowie (soweit möglich) ein Foto. Die wissenschaftliche Aufbereitung übernimmt ein Projektmanager, der eigens für dieses Projekt eingestellt wurde. Die Datenbank ist für alle Bürger frei zugänglich und soll nach Projektende in den BayernAtlas integriert werden, so dass sich jeder Bürger Informationen über die erfassten Elemente abholen kann. Nur die Eingabe in die Datenbank übernimmt auch der Projektmanager. Die Datenbank dient dabei rein zu informatorischen Zwecken, eine „Auswertung“ oder „Aufwertung zu Schutzzwecken“ wird nicht angestrebt. Erfasst werden sollen diese Elemente, die noch nicht in einer Denkmalliste aufgeführt sind. Eine Verknüpfung dieser Listen (Denkmalliste, Naturdenkmalliste, Datenbank Kulturlandschaften) ist ebenso Ziel des ganzen Projekts.

 

Großer Mehrwert dieses Projekts ist es, die Besonderheiten der Region anschaulich in einer Datenbank darstellen zu können. Viel Wissen ist vorhanden, doch wenn nichts niedergeschrieben wird, wird viel von diesem Schatz verloren gehen. Möglicherweise lassen sich Führungen zu speziellen Themen in Kommunen oder Vereinen durchführen. Es ist sicherlich ebenso interessant herauszufinden, welche Kulturdenkmäler landkreisweit zu finden sind – obwohl dies niemand so vermutet hätte. Auch weitergehende Projekte mit Schulen und Kindergärten sind denkbar. Schon alleine dass sich Bürgerinnen und Bürger mit unserer Region und der Geschichte ihrer Heimat beschäftigen, ist ein großer Erfolg des Projekts.

Bayernweite Datenbank

Zentrales Element des Projekts ist die Erfassung der Elemente, hauptsächlich durch Ehrenamtliche. Diese können sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an dem Projekt beteiligen. Es ist sicherlich nicht möglich und auch nicht das Ziel, direkt alle Kulturlandschaftselemente im ganzen Landkreis zu sammeln und in die Datenbank einzutragen. Jedes einzelne Element, das erfasst wird, trägt zum Erfolg des Projekts bei! Es wird auch nicht ausgewertet, welche Kommune viele oder wenige Elemente liefert oder wer wie viele Stunden in das Projekt investiert. Das große Ziel ist schließlich eine bayernweite Datenbank, die nach und nach gefüllt wird und wächst. Zur besseren Koordination und zur Nutzung von Synergieeffekten werden lokale Arbeitsgruppen gebildet werden.

Zu dieser Datenbank können ganz unterschiedliche Zielgruppen beitragen: Verwaltung, Vereinsmitglieder, Heimatpfleger, Archivare, Heimat- und Kulturvereine, Obst- und Gartenbauvereine, Wanderwarte, (Staatliche und nichtstaatliche) Museen, Bergknappenvereine, Feldgeschworene, Kulturführer und noch viele weitere mehr.

Einladung

Am Samstag, 17. Februar, findet nun im König-Ruprecht-Saal im Landratsamt Amberg-Sulzbach ein Workshop statt. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr und wird (inklusive Mittagspause) circa bis 16 Uhr dauern. Im Workshop werden besonders die Fragen geklärt: Was ist ein Kulturlandschaftselement? Wie erfasse ich ein konkretes Kulturlandschaftselement? Wie übertrage ich die Informationen und Bilder an den Projektmanager?

 

Eingeladen zur Teilnahme an dem Workshop sind alle Interessierten, die sich an dem Projekt beteiligen wollen – eine Zugehörigkeit zu einem Verein ist nicht erforderlich. Informationen und das Anmeldeformular findet man online unter: www.lag-amberg-sulzbach.de (Anmeldungen bis Freitag, 9. Februar, an das LAG-Management per Mail an info@lag-amberg-sulzbach.de oder unter der Telefonnummer 09621/ 39171). Auch wer gerne zum Projekt beitragen möchte, aber nicht zum Workshop kommen kann, kann sich über das Anmeldeformular bei der LAG zurückmelden.


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