23.08.2020, 15:43 Uhr

„Tag des Fisches“ Fischotter wird zum Problem für die Oberpfälzer Fischwirte

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Am 22. August jährte sich wieder der „Tag des Fische“. Dieser Tag hat sich in den letzten Jahren bei vielen Verbänden, Organisationen und Gruppierungen als Aktionstag fest etabliert.

Regensburg. Auch der Fischereiverband Oberpfalz möchte diesen Tag dazu nutzen, auf die derzeitige Situation an unseren Gewässern hinzuweisen. Wie auch in den vergangenen Jahren, mehren sich Berichte über den enormen Fraßdruck heimischer Prädatoren. Waren es in der Vergangenheit hauptsächlich Berichte über Kormorane, die in teilweise riesigen Kolonien den Fischen nachgestellt haben, rückt ein neuer Fressfeind ins Rampenlicht: der Fischotter. In den letzten Jahren häufen sich Berichte über den Vormarsch des mit dem Marder verwandten Tieres. Dieser ist mittlerweile in der ganzen Oberpfalz verbreitet und sorgt vor allem bei unseren heimischen Fischwirten für viel Ärger.

Aber nicht nur von Seiten der Prädatoren droht Gefahr für die Fische. „Wir erleben nun im dritten Jahr in Folge einen extrem heißen Sommer mit wenigen Niederschlägen. Somit führen die Gewässer weniger Wasser und sind anfälliger für weitere Einflüsse, wie Stoffeinträge aus Landwirtschaft und Einleitungen durch Kläranlagen.“ Daneben führen fehlende Gewässerstrukturen und Laichplätze ebenfalls zu einem Rückgang vieler Fischarten.

Der Fischereiverband Oberpfalz setzt sich mit seinen Mitgliedsvereinen besonders für den Fortbestand gefährdeter Fischarten ein. Durch die Teilnahme am sogenannten „Artenhilfsprogramm“ (AHP) setzen sich unsere Vereine, mit enormer ehrenamtlicher Beteiligung deren Mitglieder, für den Bestand der gefährdeten Fischarten ein. Es werden nicht nur Fische wie die Nase (Fisch des Jahres 2020), Barbe oder Äsche in die Gewässer gesetzt, sondern auch durch verschiedene Aktionen deren Lebensräume verbessert. Durch begleitende, lebensraumverbessernde Maßnahmen werden Gewässerstrukturen den Bedürfnissen unserer Fische gefördert und benötigte Laichplätze geschaffen.

Eine weitere Belastung, die gerade durch die aktuelle Corona-Situation begünstigt wurde ist der zunehmende Freizeitdruck auf die Gewässer. An einigen Flussstrecken wurden bereits Verbote ausgesprochen, welche die kommerzielle Nutzung koordinieren oder untersagen sollen. Besonders die Freizeitnutzung am und auf dem Wasser nimmt seit Jahren zu und hat mit der diesjährigen Situation ein Ausmaß erreicht dem dringender Handlungsbedarf folgen muss. Der derzeitige Nutzungsdruck auf unsere Gewässer gefährdet die Lebensräume der Fische und hat negative Auswirkungen auf deren Lebensweise (Stoffwechsel, Laichgeschehen, etc.).

„Am heutigen Tag der Fische wollen wir uns auf die angesprochenen, aber auch weitere, vorhandene Probleme besinnen. Wenn wir es in der Gemeinschaft schaffen, uns dieser anzunehmen, werden sich auch kommende Generationen an der Artenvielfalt unserer Gewässer erfreuen können. Wir Angler und Fischer sind gerne dazu bereit auch weiterhin unseren Beitrag zu leisten“, so Hans Holler, Präsident Fischereiverband Oberpfalz.


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