21.08.2020, 12:39 Uhr

Insektensommer Die Ackerhummel summt auf dem ersten Platz

 Foto: Sergey Lavrentev/123rf.com Foto: Sergey Lavrentev/123rf.com

Gut 1.000 Meldung über Sichtungen von Insekten hat der LBV beim diesjährigen Insektensommer erhalten – so viele wie noch nie. „Wir freuen uns sehr über die große Beteiligung“, so LBV-Geschäftsführer Helmut Beran.

Bayern. „Das Interesse am Insektensommer zeigt: Immer mehr Menschen schauen genauer hin, wenn es um das Schicksal dieser wichtigen Tiergruppe geht. Das Entdecken und Beobachten von Käfer, Hummel und anderen Sechsbeinern macht aber auch einfach Spaß und ist eine schöne Beschäftigung für Familien in den Sommerferien.“ Der Insektensommer soll auch im kommenden Jahr wieder viele Menschen für die Welt der kleinen Tiere begeistern.

Auf Platz eins der am häufigsten gesichteten Insekten kam wie in den beiden Vorjahren im August die Ackerhummel. Es folgen diesen Hochsommer Honigbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Wildbiene, Großer Kohlweißling, Wespe, Kleiner Fuchs, Großes Heupferd, Kleiner Kohlweißling und Schwebfliege. Im ersten Zählzeitraum im Juni waren Steinhummel, Hainschwebfliege, Asiatischer Marienkäfer, Honigbiene und Wildbiene auf den fünf ersten Plätzen.

Was viele Menschen im Moment beim Grillen oder Eis essen stört: die vielen Wespen. In Bayern zeigen die Ergebnisse des Insektensommers, dass nicht mehr Wespen als in den Vorjahren unterwegs sind. „2020 scheint ein gutes Wespenjahr zu sein“, so Helmut Beran. Das schwarz-gelbe Insekt eroberte sich in diesem August Rang sechs der Liste der am häufigsten gemeldeten Insekten, nach Rang zwölf im vergangenen Jahr. Beran: „Es wurden ähnlich viele Individuen pro Zählung gemeldet als im Hochsommer 2019. Im Schnitt waren es im August diesen Jahres 10,9 Wespen pro Meldung gegenüber im Durchschnitt 11,4 Wespen 2019.“ In der Augustzählung 2018 sind 12,2 Wespen pro Meldung gesichtet worden.

Beim diesjährigen Insektensommer stand bei beiden Zählungen der Marienkäfer im Fokus. Naturfreundinnen und -freunden waren aufgerufen, zu schauen, ob sie mehr heimische Siebenpunkt-Marienkäfer oder mehr Asiatische Marienkäfer entdecken können. Beran: „Im August wurde der Sieben-Punkt deutlich häufiger gemeldet. Er belegte bei den bayerischen Meldungen Platz 3. Im Juni dagegen lag der Asiatische Marienkäfer vorne.“ Insgesamt ist der Siebenpunkt in 342 Meldungen aufgetaucht, der Asiatische in 316 Meldungen. Beran: „Ein großer Unterschied ist also nicht gefunden worden, wenn auch der Siebenpunkt die Nase vorn hat. Das zeigt also, dass der vor einigen Jahrzehnten eingeführte Asiatische Marienkäfer mittlerweile in ganz Deutschland etabliert ist, aber den heimischen Siebenpunkt noch nicht verdrängt hat. Hier werden die kommenden Jahre zeigen, ob sich das Verhältnis ändert oder gleich bleibt.“

Die Daten der Zählaktion „Insektensommer“ werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Mit dem „Insektensommer“ will der LBV auf die enorme Bedeutung von Insekten aufmerksam machen. Durch Eingriffe der Menschen ist diese Tiergruppe stark gefährdet. In Deutschland gibt es etwa 33.000 Insektenarten, von denen viele schon auf der Roten Liste stehen. Im kommenden Jahr findet der Insektensommer vom 4. bis zum 13. Juni und vom 6. bis zum 15. August statt.

Mehr Infos gibt es im Internet unter www.lbv.de.


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