23.07.2020, 11:57 Uhr

Bundesweite Insektenzählung Was flattert da im Hochsommer? – Insektensommer geht in die zweite Runde

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Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ können Naturinteressierte in ganz Bayern wieder Insekten dem LBV melden. Der zweite Zählzeitraum der Mitmachaktion des LBV und seines bundesweiten Partners NABU findet vom 31. Juli bis zum 9. August deutschlandweit statt. Dabei lassen sich im Hochsommer besonders viele Schmetterlinge beobachten.

Hilpoltstein. „Schmetterlinge sind faszinierende und schützenswerte Insekten. Bei unserer Insektenzählung in Bayern können alle mitmachen und die kleinen Sechsbeiner für eine Stunde lang genauer betrachten. Die Natur direkt vor der Haustür auf diese Weise zu entdecken, ist ein schönes Erlebnis für die ganze Familie. Mit dem Insektensommer wollen wir die Menschen für die Vielfalt der Insekten begeistern. Gleichzeitig helfen die gesammelten Daten uns dabei, die Insektenentwicklung in Deutschland besser zu verstehen“, erklärt LBV-Geschäftsführer Helmut Beran. Die Insekten können im Internet unter www.lbv.de gemeldet werden.

Schmetterlinge sind nach den Käfern die artenreichste Insektenordnung überhaupt. Insgesamt umfasst die Schmetterlingsfauna in Deutschland mehr als 3.700 Arten. Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Bläulinge, sowie viele weitere gehören zu den farbenprächtigsten und schönsten Tagfaltern der Natur. Zur Gruppe der Tagfalter gehören in Deutschland fast 190 Arten. Besonders in den Sommermonaten kann man bei Sonnenschein viele Schmetterlinge entdecken. Das große Insektensterben macht sich jedoch auch bei den Schmetterlingen bemerkbar. Rund die Hälfte aller Schmetterlingsarten sind vom Aussterben bedroht, bereits ausgestorben oder verschollen. Das Bundesamt für Naturschutz meldet, dass bereits mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland vollständig ausgestorben sind. 494 weitere Arten seien vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.

Am besten zählen sich Schmetterlinge und Co. an einem warmen, sonnigen Tag draußen. Gezählt werden kann alles, was sechs Beine hat. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter im Umkreis um den eigenen Standort aus. Es braucht nicht viel mehr als eine Stunde Zeit, einen Stift und Zettel und die praktische Zählhilfe mit den häufigsten Arten, die auf der LBV-Webseite runtergeladen und ausgedruckt werden kann. Beim Zählen soll besonders auf in Deutschland häufig vorkommende Insektenarten geachtet werden: Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Holzbiene, Sieben-Punkt-Marienkäfer, Grünes Heupferd, Blaugrüne Mosaikjungfer, Streifenwanze. Der LBV bietet viele Materialien an, um die Sechsbeiner besser kennenzulernen und unterscheiden zu können. „Wer diese Tiere nicht kennt, kann sie ganz einfach mit dem anschaulichen Insektenporträts auf der LBV-Webseite bestimmen. Das tolle am Insektensommer ist, dass alle, völlig unabhängig von Vorkenntnissen, mitmachen können“, so Helmut Beran. Die Beobachtungen können beim LBV im Internet unter www.lbv.de über ein Online-Formular gemeldet werden.

Der LBV engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. „Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund“, sagt der LBV-Geschäftsführer.

Die Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden von NABU und LBV ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Im ersten Zählzeitraum vom 29. Mai bis zum 7. Juni wurden in knapp 480 Orten in Bayern mehr als 4.400 Beobachtungen gemeldet. Im vergangenen Jahr beteiligten sich bundesweit 16.300 Menschen mit über 6.300 Beobachtungen.

Entdeckungsfrage 2020: Wie viele Siebenpunkt-Marienkäfer und wie viele Asiatische Marienkäfer werden gezählt?

In Deutschland gibt es ungefähr 70 verschiedene Marienkäferarten. Am häufigsten entdecken wir in Deutschland den einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfer und den Asiatischen Marienkäfer, der erst vor wenigen Jahren vom Menschen eingeführt wurde. Vielerorts verdrängt der Asiatische Marienkäfer den Siebenpunkt und andere einheimische Marienkäferarten. Mit Ihrer Hilfe wollen herausfinden, wie weit sich die invasive Art verbreitet hat und ob der Asiatische Marienkäfer oder der Siebenpunkt-Marienkäfer häufiger zu finden ist. Häufig gestellte Fragen zum Insektensommer findet man im Internet unter www.lbv.de.


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