27.03.2020, 12:21 Uhr

LBV-Aktion Glücksboten kehren zurück nach Bayern – Willkommen daheim, Schwalben!

 Foto: Yerbolat Shadrakhov /123rf.com Foto: Yerbolat Shadrakhov /123rf.com

Schwalben sind Sympathieträger. Früher galten sie als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Einen Schutz vor Krankheiten in Corona-Zeiten können uns die Vögel wohl nicht bieten. Doch wenn am Wochenende, 28. und 29. März, die Temperaturen milder werden, können Rauchschwalben voraussichtlich in großer Zahl beobachtet werden.

Bayern. „Naturbeobachtung steigert erwiesenermaßen das Wohlbefinden“, erklärt der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. „Nutzen Sie die Gelegenheit, bei einem Spaziergang oder von zu Hause aus zu beobachten, wie die Schwalben und damit auch der Frühling zurückkehren. Gerade in diesen schweren Zeiten können wir so ein paar glückliche Momente und schöne Erlebnisse sammeln.“ Die Langstreckenzieher kehren nach teilweise über 12.000 Flugkilometern aus Afrika zurück. In Bayern angekommen suchen die ortstreuen Vögel ihre Brutplätze auf, oft in einer vom Menschen geprägten Umgebung. Es gilt also, sich am Anblick der Frühlingsboten zu erfreuen und gleichzeitig darauf zu achten, dass die ortstreuen Vögel auch in diesem Jahr ein Zuhause bei uns finden können. Der LBV verleiht deshalb jedem schwalbenfreundlichen Haus eine Plakette, um andere Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig der Schutz von Schwalben ist.

Die ersten Rauchschwalben oder Bauernschwalben, wie sie mancherorts volkstümlich genannt werden, sind bereits im Freistaat angekommen. An ihren charakteristischen langen Schwanzspießen sind sie gut erkennbar. Auch die braunrote Färbung an Kehle und Stirn ist typisch für diese Schwalbenart. „Rauchschwalben bevorzugen Ställe, Scheunen oder überdachte Bereiche, wie zum Beispiel Arkadengänge als Plätze für ihre Nester“, erklärt die LBV-Gebäudebrüterexpertin Corinna Lieberth. Kurz nach ihrer Verwandten kommt die blauschwarze Mehlschwalbe mit ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch aus ihrem afrikanischen Winterquartier zurück. „Die Mehlschwalbe nutzt vor allem rau verputzte Hauswände unter geschützten Dachvorsprüngen zum Bau ihres Nestes“, so Lieberth weiter.

Beide Arten kündigen seit jeher nicht nur den lang ersehnten Frühling an. Als „Mitbewohner“ in Ställen und an Häusern gelten sie als Glücksbringer. Doch obwohl sie die beiden häufigsten Schwalbenarten in Bayern sind, ist die Rauch- wie auch die Mehlschwalbe bedroht. „Schwalben haben mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig zu kämpfen. Es fehlt ihnen an Insekten als Nahrung, an Lehmpfützen als Material zum Nestbau und an Toleranz gegenüber ihren Nistplätzen an Gebäuden“, sagt die LBV-Gebäudebrüterexpertin. „Doch jeder kann etwas für die Schwalben tun und mit dem aktiven Schutz von vorhandenen Nestern gleich anfangen.“ Denn der LBV zeichnet Gebäude mit vorhandenen und erhaltenen Nistplätzen für Schwalben als „Schwalbenfreundliches Haus“ mit einer Plakette aus. Alle Infos und ein Bewerbungsformular zur LBV-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ gibt es im Internet unter www.lbv.de.

So kann uns die Rückkehr der Schwalben dieses Jahr zum einen daran erinnern, dass wir trotz Coronavirus einen wunderbaren Frühling mit all den Wundern des Lebens um uns haben. „Genießen wir das Erwachen der Natur mit all den kleinen Wundern, die es täglich zu bestaunen gibt“, sagt Schäffer. „Zugleich dürfen wir nicht vergessen, dass die Natur auch weiterhin unseren Einsatz und unsere Hilfe braucht, damit wir uns auch noch in den nächsten Jahren an ihrer Vielfalt erfreuen können.“ Unterstützung bekommen die Schwalben seit 2016 durch das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte LBV-Projekt „Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur“, das sich intensiv mit den Problemen aller gebäudebrütenden Vogelarten beschäftigt.


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