21.03.2020, 09:18 Uhr

Weltwassertag am 22. März Die Angelei dient nicht nur dem Kochtopf, sondern auch dem Umweltschutz

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Alljährlich zum 22. März wird seit dem Jahr 1993 der Weltwassertag unter einem anderen Thema begangen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Wasser und Klimaschutz“ (Weltwassertag 2020) und soll auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschheit aufmerksam machen.

Regensburg. Am gleichen Tag wird auch deutschlandweit der „Gewässertyp des Jahres“ bekanntgegeben.

Auf unsere heimische Fauna hat der Klimawandel allgemein gravierende Auswirkungen. Besonders die Fische reagieren als wechselwarme Tiere empfindlich auf Veränderungen der Wassertemperaturen, die mit dem Klimawandel einhergehen. So wird beispielsweise der Stoffwechsel der Tiere beeinflusst, die Fortpflanzung wird gestört und bei extremen Temperaturerhöhungen können Verhaltensänderungen bis hin zum Tod die Folge sein. Kleinere Gewässer fallen trocken, ein Ausweichen in noch wasserführende, kältere Abschnitte ist den Tieren oft durch Querverbauungen nicht möglich. Auch bergen sommerliche Niedrigwasserführungen sowie eine zunehmende Hochwassergefahr im Winter und Frühjahr erhöhte Risiken für unsere heimischen Fische. Wenn dann noch Wasserentnahmen oder stoffliche Einträge als weitere Belastungen dazukommen, sind ganze Gewässersysteme gefährdet.

Vor allem Fischarten, die auf kaltes, sauerstoffreiches Wasser angewiesen sind, werden es in Zukunft schwer haben. So werden für die heimische Bachforelle oder Äsche weitere Rückgänge in den Bestandszahlen erwartet. Insgesamt wird es im Zuge des Klimawandels wohl eine Artenverschiebung hin zu wärmeliebenderen Arten wie zum Beispiel dem Waller geben. Auch nicht-heimische, wärmetolerantere Fischarten wie der Zwergwels profitieren von einer Erhöhung der Wassertemperaturen und können sich so weiter ausbreiten.

Der Fischereiverband Oberpfalz e. V. mit seinem Präsidenten Hans Holler möchte den Weltwassertag 2020 dazu nutzen, auf die vielfältigen Anstrengungen hinzuweisen, die durch die Fischerei im Sinne einer natürlichen Bewirtschaftungsweise für die Bewahrung unserer heimischen Gewässer als Lebensgrundlage zum Wohle der Allgemeinheit erfolgen.

Um den Zustand der Gewässer und den artgerechten Umgang mit den Tieren kümmern sich in Bayern – neben mehreren Behörden und Institutionen – die ehrenamtlichen Fischerinnen und Fischer in den organisierten Fischereivereinen. Allein im Jahr 2019 wurden über 700.000 Euro für Fischbesatz ausgegeben und über 100.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet, das entspräche, umgerechnet mit dem Mindestlohn mehr als 900.000 Euro. Die Angelei dient aber auch nicht nur dem Kochtopf: Die so gewonnenen Fanglisten sind für die angelnden Umweltschützer wichtige Anhaltspunkte für den Gewässerzustand. Schließlich kümmern sich die Vereine mit ihrer Jugendarbeit darum, dass Umweltbildung und Spaß an der Freude zusammenpassen.

Interessierte finden auf der Webseite www.fischereiverband-oberpfalz.de weiterführende Informationen.


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