25.02.2020, 14:51 Uhr

Ab 1. März verboten Schutz von Nestern – was es beim Gehölzschnitt zu beachten gibt

 Foto: Vasily Vishnevsky/123rf.com Foto: Vasily Vishnevsky/123rf.com

Am Sonntag, 1. März, ist meteorologischer Frühlingsanfang und die Natur zeigt: Die neue Vegetationsperiode steht direkt bevor. Krokusse, Märzenbecher und Haselnuss blühen bereits und auch die Vögel bereiten sich bereits auf die Brutsaison vor.

Bayern. „Für den verantwortungsbewussten Naturfreund endet nun auch die Sägesaison. Den ab März sind starke Rückschnitte von Hecken und Gehölzen zum Schutz von Nestern und brütenden Vögeln nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht erlaubt“, sagt LBV-Biologin Annika Lange. Wer die Zeit bis dahin noch für einen Heckenschnitt nutzen will, empfiehlt der LBV einige Grundregeln zu beachten. „Wichtig ist dabei vor allem zu klären, ob der Busch, der für den Schnitt vorgesehen ist, diesen auch verträgt: grundsätzlich gilt, je jünger und schattenverträglicher ein Strauch ist, umso eher vertragen sie auch kräftige Schnitte. Die meisten Laubgehölze kommen mit Rückschnitt klar, Nadelgehölze, bis auf die Eibe, sind empfindlicher“, so Lange. Klassische Heckenpflanzen wie Hainbuche, Buchsbaum, Liguster oder Feldahorn seien überaus schnitt-verträglich. Den Spitzenplatz nehmen hier die Weiden ein, die auch radikalste Schnitte überleben.

Wer die Gartenschere ansetzt, sollte auch die Folgen bedenken. „Behutsame Eingriffe sind nicht immer die beste Lösung“, weiß die LBV-Biologin Annika Lange. „Je stärker man schneidet, umso stärker treibt der Busch wieder aus. Damit kann man die Pflanze regelrecht verjüngen.“ Wer sich von seinen Pflanzen Sichtschutz erwarte, sollte sie unterhalb der Stelle abschneiden, wo die Krone besonders blickdicht werden soll. Oft schließen die Neuaustriebe die Lücke schon im selben Sommer.

Die Schnitttechnik entscheidet mit darüber, wie verzweigt die Krone ausschlägt. „Wenn ich glatt am Haupttrieb abschneide, bekomme ich in der Regel weniger neue Zweige, als wenn ich Stummel stehenlasse, aus deren Knospen dann neue Triebe sprießen“, so die Naturschützerin. Wer auf viele Blüten aus ist, sollte seine Büsche direkt nach der Blüte beschneiden, das regt dann die Blütenbildung an. „Walnüsse und Birken sollte man jetzt auf keinen Fall schneiden. Durch den hohen Saftdruck verlieren sie viel Flüssigkeit und werden geschwächt.

Besonders kräftig dürfe die Säge bei exotischen Ziergehölzen eingesetzt werden, findet Lange: „Wenn für all die Rhododendron und Kirschlorbeer heimische Hasel oder Hagebutte gepflanzt würden, stünde es um den Artenschutz weit besser.“ Nur an einheimische Gehölze sei unsere Tierwelt angepasst, da helfe auch keine Blüte am Schmetterlingsflieder oder Beere am Kirschlorbeer, die mal besucht wird. „An einer gut gemischten Feldhecke leben über tausend Tierarten in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Die plastikgrüne Lorbeerkirsche ist dagegen geradezu steril.“


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