11.10.2019, 00:41 Uhr

Landkreis Cham Arbeitsgemeinschaft Landschaftspflegefonds – Schutz und Artenvielfalt seit über 30 Jahren

Ranken und Raine rund um Eismannsberg. (Foto: Braun)Ranken und Raine rund um Eismannsberg. (Foto: Braun)

Die Arbeitsgemeinschaft Landschaftspflegefonds (ARGE) traf sich kürzlich unter Vorsitz von Landrat Franz Löffler zu ihrer 24. Sitzung im Landratsamt. Vertreter von Naturschutzverbänden, Kommunalpolitik und Landwirtschaft arbeiten an diesem „Runden Tisch“ seit über 30 Jahren erfolgreich zusammen. Gemeinsames Ziel ist die Erhaltung von wertvollen Bestandteilen der heimischen Kulturlandschaft.

LANDKREIS CHAM Die ARGE pflegt jährlich circa 80 Hektar ökologisch wertvolle Flächen im gesamten Landkreis. Alljährlich werden Pflegemaßnahmen in einem Umfang von circa 35.000 Euro umgesetzt. Auf der Tagesordnung standen das im Jahr 2018 abgewickelte Arbeits- und Pflegeprogramm sowie die Pacht, Pflege und Erhaltung von weiteren besonders schützenswerten Klein- und Kleinstflächen im gesamten Landkreis. Es wurden zudem das Jahrespflegeprogramm 2019 und das Pflegeprogramm für die „Binkelbach-Moorwiesen“ in Rettenbach vorgestellt und beschlossen.

Die ARGE ist keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung der staatlichen Förderprogramme, wie zum Beispiel „KULAP“ und „VNP“. Nicht zuletzt dient sie den Landwirten als zusätzliche Einnahmequelle.

In seinem Grußwort stellte Landrat Löffler heraus, dass die Schönheit von Natur und Landschaft ein Markenzeichen Bayerns ist. Sie gilt es deshalb zu bewahren. In Bayern kümmern sich mittlerweile 62 Landschaftspflegeverbände um den Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft. Dabei sind sie Partner der Kommunen, der Verbände und der Landwirte. Der Landkreis Cham hat im letzten Jahr zum Erhalt der Artenvielfalt folgende Maßnahmen umgesetzt: Es wurden Blühstreifen auf öffentlichen Flächen mit einem Volumen von 20 Hektar angelegt, der Landkreis unterstützte die Landwirtschaft für die Ansaat der „Durchwachsenen Silphie“ mit circa 50 Hektar und und gab Saatgutmischungen mit einer Summe von 10.000 Euro aus, circa. 30 Hektar an privaten Flächen zum Blühen gebracht werden konnten.

Geschäftsführer Christian Bauer stellte den Tätigkeits- und Kassenbericht für das Jahr 2018 und den Finanzplan für 2019 vor. Die Pflegemaßnahmen werden durch 70 Prozent Förderung, sowie Spenden der Sparkasse und der Raiffeisenbanken finanziert. Damit der Haushalt ausgeglichen ist, steuert der Landkreis jährlich einen Zuschuss bei. Im Jahr 2018 betrug dieser circa 4.500 Euro, für 2019 beträgt er circa 15.000 Euro. Fachberater Johann Braun berichtete von bereits abgeschlossenen Pflegemaßnahmen im Jahr 2018. Er stellte an ausgewählten Projekten (Steilhang bei Köstl (Zell), Stadtweiher Waldmünchen, Nasswiese bei Grafenwiesen, Pfeiffengraswiese bei Chamerau, Feuchtwiese am Perlsee, Ranken und Raine rund um Eismannsberg, Buschnelkenstandort bei Rettenbach) Kosten, Förderung und ökologische Entwicklung der einzelnen Flächen dar. Das Pflegeprogramm 2019 beinhaltet wieder circa 24 Flächen im gesamten Landkreis. Schließlich wurde noch über die Verlängerung von bestehenden und den Abschluss von neuen Pachtverträgen abgestimmt. Die ARGE pachtet besonders wertvolle Flächen an, pflegt und erhält diese Biotope. Noch landwirtschaftlich nutzbare Flächen werden auch an Landwirte weiter verpachtet. Ab dem kommenden Jahr wird der Verein zum Schutz von Schöpfung und Leben seine Flächen selbst bewirtschaften und hat hierzu einen Pachtvertrag mit dem bisherigen Pächter geschlossen. Trotzdem läuft die Zusammenarbeit weiter bei der Umsetzung von gemeinsamen Pflegemaßnahmen. Das Angebot zur Pflege von ökologisch wertvollen Flächen durch die ARGE kann sowohl von kommunalen als auch privaten Grundstückeigentümern in Anspruch genommen werden.


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