14.08.2019, 14:09 Uhr

Umwelt Der Wald als Klimaretter und Wirtschaftsfaktor – Peter Aumer macht sich vor Ort ein Bild der aktuellen Lage

(Foto: Berli Berlinski)(Foto: Berli Berlinski)

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Peter Aumer (CSU) trafen sich der Präsident der Bayerischen Waldbesitzerverbände, Josef Ziegler, der erste Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberpfalz, Josef Liegl, und Vertreter der regionalen Waldbesitzerverbände zu einer Waldbegehung mit Hans-Peter Fritzsche, Forstdirektor bei Thurn und Taxis Forst, um sich vor Ort ein Bild von der aktuellen Lage unserer Wälder zu machen.

DONAUSTAUF Waldsterben 2.0 ist derzeit in aller Munde. Um sich einen Überblick über die aktuelle Lage in Regensburg zu verschaffen, hat der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer (CSU) zu einer fachlichen Waldbegehung mit regionalen Waldbesitzern und Förstern bei Donaustauf eingeladen. Neben einer Käferschadfläche besichtigten die Teilnehmer auch einen absterbenden Buchenbestand und einen Douglasienmischbestand, der erfolgreich zur Naturverjüngung beiträgt. „Die Rettung des Waldes ist eine Generationenaufgabe. Mit dem Masterplan der Unions-Länderminister haben wir einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir müssen jetzt auf Bundesebene aufs Tempo drücken und die Finanzierung sicherstellen“, so Aumer.

„Der Wald liefert vor allem positive Nachrichten. Damit das auch weiterhin so bleibt, ist unser Einsatz gefordert!“, so Josef Ziegler. „Die deutsche Forstwirtschaft mit ihren strukturreichen und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ist heute die einzig relevante Industrie, die CO2 bindet. Doch gerade der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor riesige Herausforderungen: Dürre und Stürme bedrohen die Existenzen tausender Familien, die noch heute vom Wald leben“. Die geringen bis fehlende Erträge bei der Holzvermarktung führen bei Kleinwaldbesitzern zur Perspektivlosigkeit. Wenn ein Waldbesitzer mit seinem durchschnittlich 2,6 Hektar großen Waldstück gerade einmal 150 bis 250 Euro im Jahr verdient, haben Bewirtschaftung und Pflege verständlicherweise nur eine untergeordnete Priorität. Die Klimaerwärmung wird weitergehen, waren sich die anwesenden Fachleute einig. Die in den letzten Jahrzehnten stattgefundene Erwärmung von 1,5 Grad wird sich in den kommenden Jahrzehnten noch einmal wiederholen. Daher rechnet Josef Ziegler mit bis zu 200 Millionen Festmeter, die in Bayerns Wäldern durch den Klimawandel absterben werden. Die Herausnahme und der Ersatz dieser Bäume stellen die Waldbesitzer vor große Herausforderungen. Hinzu kommen die bereits vorhandenen Belastungen durch den Befall mit Borkenkäfern, der sich auch im extremen Preisverfall des Rohstoffes Holz in den letzten Jahren bemerkbar macht.

Jedoch bieten gerade die absterbenden Bäume die Möglichkeit neue, klimatolerante Baumarten zu etablieren. Hierzu erklärt Fritzsche: „Aufforstung mit nicht heimischen Arten, wie Douglasie, Roteiche oder auch Atlaszeder wird notwendig sein, um auf besonders anspruchsvollen Flächen, wie Südhänge oder nährstoffarme Böden, den Wald auch weiterhin eine Zukunft zu geben.“

Peter Aumer stellte fest: „Der Wald ist das Spiegelbild unserer Gesellschaft: einerseits Leidtragender des Klimawandels, andererseits auch Klimaretter. Es ist für unsere Gesellschaft eine unverzichtbare Pflicht, dass wir unsere Wälder dauerhaft schützen und erhalten. Ich bin gerne weiterhin Botschafter und Ansprechpartner für unsere Forstwirtschaft in Berlin. Nasslagerplätze als Pufferspeicher für jeden Landkreis oder notwendige Reformen in der Bauwirtschaft sind nur ein Anfang der Lösung. Aber gemeinsam schaffen wir es den Wald vor den Gefahren des Klimawandels zu schützen“, ist sich Aumer sicher.


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