14.02.2019, 10:27 Uhr

Wasser ist die Basis Hydro Solution e. V. – „Wasser-Technologie trifft auf Brau-Technologie“

(Foto: Hydro Solution e. V. )(Foto: Hydro Solution e. V. )

Nur Wasser ist auch keine Lösung?! Eins ist aber sicher – Wasser ist die Basis von allem, auch von Bier. An der OTH-Regensburg bietet sich für Studenten regelmäßig die Möglichkeit, einen tiefen Einblick in die Kunst des Brauens zu erhalten. Der Leiter der Werkstatt „Verfahrenstechnik Brauprozess“ Siegfried Schrammel erklärt dabei geduldig die genauen Abläufe.

REGENSBURG Ob beim Maischen oder Läutern: Es gibt einiges zu beachten und so wird auch tief in die verfahrenstechnische Theorie eingetaucht. Aber dieses Mal ist etwas anders. Die älteste heute noch gültige Lebensmittelvorschrift, das Bayerische Reinheitsgebot von 1516, schrieb lange Zeit fest, dass Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden durfte. Doch dieses Mal floss das Wasser nicht einfach aus der Leitung und damit aus einem tiefen Brunnen oder einer Quelle. Das benötigte Wasser wurde direkt aus den drei Flüssen Regensburgs entnommen: Naab, Regen und Donau.

Nun werden einige verständnislos den Kopf schütteln: Wie sollte man aus bräunlich grünem Flusswasser Bier brauen? Die Verschmutzung und besonders die Zahl der Mikroorganismen übersteigen deutlich die von der Deutschen Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen Werte. Und genau da kommen die Filter des gemeinnützigen Vereins Hydro Solution e. V. ins Spiel. Es handelt sich um sogenannte Langsamsandfilter, die nicht nur außerordentlich effektiv, ohne den Einsatz von Chemikalien oder Energie herstellbar sind, sondern auch auf einem naturschonenden, biotechnologischen Prinzip basieren. Seit circa zwei Jahren wird die Filtrationstechnologie im Rahmen von Abschluss- und Forschungsarbeiten an der OTH-Regensburg von studentischen Vereinsmitgliedern untersucht, weiterentwickelt und in ländlichen Gebieten Afrikas eingesetzt. Derartige Kooperationsprojekte wie „Wasser-Technologie trifft auf Brau-Technologie“ fördert die fakultäts- und fachübergreifende Zusammenarbeit.

Im Labor „Process Engineering“ wird das Flusswasser durch die Hydro Solution-Filter zunächst aufbereitet. Einen Stock höher, in der Werkstatt Verfahrenstechnik

Brauprozesse, geht es dann weiter. Es wird geschrotet, gemaischt, geläutert, gekocht, abgekühlt und als letzter Schritt die Hefe zugegeben. Nun folgt der

mehrwöchige Gärprozess und alle sind jetzt schon gespannt auf das sicherlich köstliche „Drei-Flüsse-Bier“ (weitere Bilder folgen).

Hydro Solution setzt sich seit 2017 mit Leidenschaft und Engagement für das Menschenrecht „sauberes Trinkwasser“ ein. Vor allem in ländlichen Regionen Kenias

und Burkina Fasos agiert der Verein, wo ein Großteil der Menschen ihr Trinkwasser unbehandelt aus bakteriell verseuchten Flüssen bezieht. Krankheiten wie Typhus

oder Cholera gehören dort zum Alltag und verhindern nicht nur häufig den Schulbesuch, sondern führen mehrfach zum Tod. Bereits 4.000 Menschen können mit Hilfe der Filter täglich mit sauberem Trinkwasser versorgt werden und jede Woche werden es mehr. So funktioniert das Konzept des Vereins nachhaltig und schafft einen wirtschaftlichen Nutzen. Ganz nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ werden Einheimische selbst im Filterbau ausgebildet und sind somit in der Lage sich eine eigene Existenz zu sichern. Eine nächste Arbeitsreise der Studenten nach Kenia erfolgt kommenden April.


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