08.10.2018, 14:47 Uhr

Zehn Tonnen mit Sensor ausgestattet Bayerisches Pilotprojekt – die „Intelligente“ Abfalltonne kommt nach Regensburg

Die „intelligente“ Abfalltonne mit den Verantwortlichen: (von links) Prof. Dr. Martin Schubert, Josef Weiß, Prof. Dr. Jan Dünnweber, Markus Wildgruber, Vadim Dechand, Haris Shehzad und Konstantin Hendrik Kirsch von KPIT. (Foto: Diana Feuerer)Die „intelligente“ Abfalltonne mit den Verantwortlichen: (von links) Prof. Dr. Martin Schubert, Josef Weiß, Prof. Dr. Jan Dünnweber, Markus Wildgruber, Vadim Dechand, Haris Shehzad und Konstantin Hendrik Kirsch von KPIT. (Foto: Diana Feuerer)

Die OTH Regensburg arbeitet derzeit an einer „intelligenten“ Abfalltonne. Zur Erprobung dieses Systems hat die OTH über Bürgermeister Jürgen Huber die städtische Abfallentsorgung der Stadt Regensburg ausgewählt. Seit September 2017 gibt es in Regensburg die Biotonne. Einige dieser aufgestellten Biotonnen sollen für das Pilotprojekt „Intelligente“ Abfalltonne genutzt werden.

REGENSBURG Die Mitarbeiter des Amts für Abfallentsorgung, Straßenreinigung und Fuhrpark, Sachgebiet Müllabfuhr leeren derzeit wöchentlich etwa 1.400 Tonnen. In dem Pilotprojekt soll jetzt mittels verschiedener Arbeiten an der OTH Regensburg unter Federführung von Prof. Dr. Jan Dünnweber, Fakultät Informatik und Mathematik, zum einen der Füllstand der Tonnen abgefragt werden und zum anderen anhand der Ergebnisse eine optimierte Route zur Leerung der Behälter errechnet werden. Unterstützung erhält die OTH Regensburg bei ihren Arbeiten vom SmartCity-Experten Amitraikit Sakar aus Neuseeland. In Christchurch, Neuseeland, werden die Füllstände der Mülltonnen bereits mithilfe von Sensoren ermittelt. Vereinzelt planen auch europäische Städte wie Barcelona und Marseille den Einsatz einer solchen Technik. In Bayern und auch in Deutschland gehört das Projekt von OTH Regensburg mit der Stadt Regensburg zu einem der ersten. An der OTH Regensburg wurde die erste Abfalltonne für Biomüll bereits mit dem dafür entwickelten Sensor versehen. Für die Hardware war die Fakultät Elektro- und Informationstechnik rund um Prof. Dr. Martin Schubert verantwortlich. Den Sensor gebaut hat der Masterand Josef Weiß. Der Masterand Markus Wildgruber hat für den zugehörigen Mikrocontroller einen Timer programmiert, mit dem der Sensor eine Lebensdauer von rund drei Jahren besitzt. Mit Recherchen zu Technologien aus Sensornetzen ähnlich der „intelligenten“ Abfalltonne haben die Studierenden Daniel Blum, Sebastian Haas, Nathan Hausmann und Matthias Schmidbauer unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Volbert, Fakultät Informatik und Mathematik, zu dem Projekt beigetragen.

In einem ersten Schritt sollen noch 2018 zehn Abfalltonnen für Biomüll im Stadtgebiet mit dem Sensor ausgestattet werden, um erste Berechnungen für eine optimierte Route durchführen zu können. Das Geld, um die ersten zehn Tonnen auszustatten, stellt die Firma KPIT Technologies zur Verfügung. Die Füllstände der Tonnen sind die Basis, auf deren Grundlage die Berechnungen einer optimierten Abholroute erfolgen. Ziel ist es, möglichst viele Tonnen in möglichst kurzer Zeit abzuholen. David Burger, Student des Bachelors Informatik, hat sich mit dem sogenannten Routenoptimierungsverfahren befasst und dazu eine Simulationssoftware entwickelt. Betreuer der Arbeit war Prof. Dr. Jan Dünnweber von der Fakultät Informatik und Mathematik. Mittels einer Fitness-Tracking App hat Burger in Zusammenarbeit mit der Stadt bereits die Routenzeit, die aktuell benötigt wird, um die Biotonnen zu leeren, erfasst. Die Studierenden des Masters Informatik Vadim Dechand und Haris Shehzad, entwickeln anhand der Vorarbeit von Burger eine Routendatenbank für Regensburg und erweitern seine Software um Funktionen wie Kartenansichten und Zeitvorhersagen, womit der Einsatz des zunächst für Simulationen konzipierten Programms in der realen Streckenplanung möglich wird.

Prof. Dr. Dünnweber und Amitraikit Sakar untersuchen zudem aktuell bereits, welche weiteren Anwendungen vernetzter Sensoren ähnlich der „intelligenten“ Abfalltonne in Regensburg möglich sind. Denkbar wären Parkplatzempfehlungen per Handy-App oder optimierte Routen für Rettungsfahrzeuge. Vorbild ist für beide die „smart city“ Christchurch.


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