02.10.2018, 14:24 Uhr

Bischofshof-Premiere „Brauerei-Bienen“ liefern mehr als 50 Kilogramm „gelbes Gold“

(Foto: Amelie Schupfner)(Foto: Amelie Schupfner)

„Wo Bienen sind und Honig fließt, da ist Wohlergehen“, wussten die alten Römer. Weil die summenden Insekten auch in Bayern immer weniger Lebensraum finden, ging die Regensburger Stiftungsbrauerei Bischofshof als erste der gut 600 Brauereien im Freistaat im Frühjahr mit gutem Beispiel voran.

REGENSBURG Drei Bienenvölker mit rund 60.000 fleißigen Honigproduzentinnen siedelten die Oberpfälzer auf dem Brauereigelände in der Regensburger Innenstadt an – mit Erfolg, wie jetzt bei der ersten Honigernte deutlich wurde: Mehr als 50 Kilogramm des „gelben Goldes“ sind die stolze Bilanz im Premierenjahr.

Tatkräftige Unterstützung bei der Ernte, beim Schleudern und auch beim Verkosten des ersten bayerischen „Brauerei-Bienenhonigs“ bekamen die Imker dabei von 80 Kindern aus den vierten Klassen der Regensburger Kreuzschule. „Die Kinder sollen die Schöpfung erleben und die Biene als Partner des Menschen kennenlernen“, sagt die Nachhaltigkeits- und Zertifizierungsbeauftragte der Regensburger Brauerei, Laila Schmidt. Die drei Völker seien seit dem Frühjahr deutlich größer geworden. „Die Insekten fühlen sich wohl auf dem Brauereigelände“, so Schmidt. Zu jedem der „Bienennationen“ gehören eine Königin, tausende Arbeitsbienen und einige Drohnen.

„Gerade weil wir als Brauerei natürliche Rohstoffe in höchster Qualität brauchen, fühlen wir uns verpflichtet, auf das Gleichgewicht in der Natur zu achten“, sagt Bischofshof-Brauereidirektor Hermann Goß. Die Zusammenarbeit mit der Regensburger Kreuzschule und künftigen Nachbarn soll noch enger werden: In diesem Jahr entwickelt die Brauerei gemeinsam mit den Kindern einen eigenen Bienenlehrpfad. Unter den „Bienen-Hotels“ sollen beispielsweise Sensoren angebracht werden. So können die Kinder aus dem Klassenzimmer heraus dann via App live verfolgen, ob die Bienen gerade unterwegs sind und wie viel Nektar sie gesammelt haben.

Den Honig, der heuer erstmals in Nachbarschaft der Braukessel entstanden ist, sollen sich nicht nur die Mitarbeiter schmecken lassen können. Er wird nach den Worten von Laila Schmidt künftig, voraussichtlich ab 2019, auch in den benachbarten Braustuben angeboten.

Bischofshof beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit: Bereits vor zwölf Jahren, als das Thema noch keine großen Schlagzeilen machte, nahmen die Regensburger Brauer ein neues Sudhaus in Betrieb. Es gilt als das modernste der Welt und hilft, rund 40 Prozent an Primärenergie einzusparen. Ein eigenes Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept gibt es bereits seit 2001. Derzeit entsteht auf dem Gelände eine neue Energiezentrale, mit der Bischofshof als erste bayerische Brauerei CO2-neutral werden möchte. Aktuell arbeiten die Brauer außerdem an der Zertifizierung mit dem weltweit anerkannten „Gütesiegel“ FSSC 22.000, das den Verantwortungsgedanken noch stärker in den Fokus rückt. „Auch mit dem Bienenprojekt wollen wir wieder Vorreiter sein und uns um die Natur kümmern“, so Brauereichef Goß.


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