02.10.2018, 12:52 Uhr

Tier- und Pflanzenwelt Bund Naturschutz informiert sich im Rehtal bei Lappersdorf über den Wildlebensraumwanderweg

Balduin Schönberger erklärt anhand Tafeln die landwirtschaftlichen- aber auch ökologischen Zusammenhänge. Der Wanderweg hat zwölf Stationen. (Foto: BN)Balduin Schönberger erklärt anhand Tafeln die landwirtschaftlichen- aber auch ökologischen Zusammenhänge. Der Wanderweg hat zwölf Stationen. (Foto: BN)

Die kritischen Faktoren für das Vorkommen von Wildtieren in der Agrarlandschaft sind heute vor allem Nahrung und sichere Rückzugsorte. Ob Blühflächen am Waldrand oder in der Feldflur, Hecken, Streuobst, Zwischenfruchtanbau oder wertvolle Winterbegrünung in der kargen Jahreszeit - eine Fülle an Maßnahmen kann die Artenvielfalt fördern.

LAPPERSDORF Balduin Schönberger- Wildlebensraumberater des Landwirtschaftsamtes - ist sichtlich stolz, was im Rehtal in Lappersdorf zusammen mit den Landwirten und der Gemeinde entstanden ist. Seit Juni 2017 gibt es dort nicht umsonst den ersten bayerischen Wildlebensraum-Wanderweg. Hecken und Gehölze, hohes Altgras und mit grauen Stengeln durchsetzte Blühweisen im zweiten oder dritten Jahr säumen die Wege.

Raimund Schoberer, Kreisvorsitzender des BN bestätigt, dass viele sagen würden: Es schaut im besten Sinne etwas „schlampiger“ aus. Doch „schlampig“ bedeutet gerade für Hase, Rebhuhn aber auch Insekten Deckung und Nahrung. Am schlimmsten ist es, wenn jeder Wiesenweg, jede Böschung jährlich mit Hochleistungsmähwerken vollständig abgemäht oder gemulcht werden. Da bleibt kein Schmetterling, keine Biene nichts mehr übrig und Hase und Rebhuhn haben oft auch wenig Chancen. Gleiches gelte übrigens auch für viele Gärten: Es bräuchte viel mehr „Schlamperecken“ für die Artenvielfallt. Viele Gartenfreunde könnten hier mehr tun.

Im Rehtal gibt es dank des Projektes erfreulich viele „andere“ Flächen. Als Wildlebensraumberater geht Schönberger auf Landwirte und Jäger zu und informiert diese über wildtierfreundliche Maßnahmen. Da gibt es Blühwiesen, Böschungen und Wiesenwege, die nicht „so sauber“ sind. Das zahlt sich aus. Die Artenvielfallt steigt nachweislich.

Die Teilnehmer des BN waren erfreut, dass Bayern gezielt ein Mehr zur Ökologie in der Kulturlandschaft fördert. Der Mensch und die Natur profitieren gleichermaßen von einer vielfältigen Kulturlandschaft. Es müsste noch viel mehr solcher Täler wie das Rehtal geben.


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