22.08.2018, 11:05 Uhr

Umwelt-Projekt Blühende Waldlandschaften – Staatsforsten schaffen mit Schutzprogramm neuen Lebensraum für Insekten


In vielen staatlichen Forstrevieren und damit über ganz Bayern verteilt, sind in den vergangenen Monaten Blühflächen in der Größe von rund 185 Fußballfeldern entstanden, um neuen Lebensraum für Insekten zu schaffen. Mehr als eine Million Euro setzen die Bayerischen Staatsforsten, unterstützt vom Freistaat, dafür ein.

REGENSBURG So unscheinbar klein viele der 30.000 bekannten Insektenarten in Deutschland sind, so enorm ist ihre Funktion in der Natur. Etwa 80 Prozent aller Wild- und Kulturpflanzen werden von ihnen bestäubt. Damit die Insekten diese Aufgabe auch weiterhin erfüllen können, brauchen sie Lebensraum, den sie künftig vermehrt im Staatswald finden können. Die arten- und strukturreichen Wälder in Bayern schaffen bereits heute einen Ausgleich zu Defiziten, wie sie vielerorts etwa durch die Versiegelung von Flächen entstehen. Die Wälder tragen so zum Erhalt der Biodiversität bei.

Damit geben sich die Bayerischen Staatsforsten aber nicht zufrieden. Überall in Bayern haben die Försterinnen und Förster in den letzten Wochen und Monaten neue Blühflächen angelegt. Hinzu kommen werden noch Streuobstwiesen, blühende Waldränder und die Pflege bereits vorhandener seltener Offenlandbiotope, um einen möglichst wirksamen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten. Im Rahmen des neuen Programms „Der Wald blüht auf“, das vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert wird, wurden somit gezielt neue Lebensräume für Insekten geschaffen. „Wir haben als größter Flächenbesitzer in Bayern Verantwortung für den Erhalt der Biodiversität. Diese werden wir noch mehr als bisher schon wahrnehmen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer.

Die bisherigen Erfolge des Programms können sich sehen lassen: Auf über 500 Einzelflächen in 242 Revieren wurden neue Blühflächen mit einer Gesamtfläche von 130 Hektar angelegt. Weitere 15 Hektar sind für die Aussaat im Herbst bereits vorbereitet. Dafür wurde insgesamt über drei Tonnen regionales Saatgut beschafft und eingesät. Bis zum Herbst werden noch 15 Hektar Streuobstwiesen und blühende Waldsäume entstehen. Bereits neun Hektar wertvoller Offenlandbiotope wurden gepflegt, weitere 16 Hektar sind bis Herbst vorgesehen.

Die Blühflächen werden die bereits bestehenden sogenannten Trittsteine ergänzen. Als „Trittsteine“ bezeichnen die Staatsförster die vielen tausend kleinen und größeren Flächen, die aufgrund ihrer Beschaffenheit einer Vielzahl von seltenen Arten bereits heute als Lebensraum dienen und besondere Aufmerksamkeit und Schutz genießen. Neben diesen Sonderflächen trägt aber auch der naturnahe Waldbau der Bayerischen Staatsforsten zur Schaffung neuer Strukturen und Lebensräume bei. Diese naturnahen Wälder bieten vielen Tierarten, besonders Insekten, einen enorm wichtigen Rückzugsort und Lebensraum. „Überall in Bayern werden so neue Hotspots der Biodiversität entstehen“, verspricht Neumeyer.


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