09.08.2018, 14:04 Uhr

Hitzewelle Zwischen Traumsommer und Trockenheit – warum Regensburg das Wasser nicht ausgeht

Bis zu 50 Jahre ist das Wasser unterwegs, bis es im Brunnen in Sallern landet. Eine Trockenheit kann für Regensburg faktisch nicht bedrohlich werden. Foto: Hanno MeierBis zu 50 Jahre ist das Wasser unterwegs, bis es im Brunnen in Sallern landet. Eine Trockenheit kann für Regensburg faktisch nicht bedrohlich werden. Foto: Hanno Meier

Das Trinkwasser wird laut Rewag nicht knapp – auch wenn der Verbrauch in diesem Wahnsinns-Sommer ansteigt. Warum das so ist, zeigen wir hier.

REGENSBURG Ach, wir erleben einen Traumsommer! Seit Wochen schon scheint die Sonne, teilweise aber so unerbittlich, dass die Trockenheit vor allem den Landwirten Probleme bereitet. Doch wie sieht es überhaupt mit unserer Trinkwasserversorgung aus? Wir haben nachgefragt bei der Rewag, dem Grundversorger, der die meisten Haushalte in Stadt und Landkreis Regensburg mit Frischwasser versorgt. Martin Gottschalk, Sprecher von „Das Stadtwerk“ und damit auch für die Rewag, gibt Entwarnung: „Die Trockenheit hat keine Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung im Rewag-Versorgungsgebiet. Generell ist in unserem Versorgungsgebiet ein Engpass quasi ausgeschlossen“, so Gottschalk. Das liege daran, „dass wir aufgrund der geografischen Lage des Wasserwerks Sallern, wo 80 Prozent unseres Rewag-Trinkwassers herkommen, sehr ergiebige Brunnen haben“, so Gottschalk zum Wochenblatt.

Das Wasser, das den Brunnen in Sallern speist, ist laut Gottschalk auch lange unterwegs, kurzfristige Trocken-Perioden, wie wir sie derzeit erleben, haben hier also keinerlei Auswirkungen. Bis das Wasser bei den Brunnen ankommt, vergehen bei „jungem Wasser“ sechs bis 14 Jahre, „alte Wasser“ brauchen sogar 50 Jahre, bis sie im Brunnen angekommen sind.

Das Wasser wird Regensburg also nicht ausgehen, aber dafür steigt der Wasser-Verbrauch eklatant: Der Verbrauch von Wasser an einem normalen Tag liegt bei 36.000 Kubikmeter, während er an heißen Tagen auf bis zu 47.000 Kubikmeter Wasser steigt, so Gottschalk.

Für viele Menschen aus Stadt und Landkreis Regensburg bedeutet das gigantische Wetter aber auch: Ab in die Freibäder oder die Seen im Landkreis! Doch die Seen sind zwar nach wie vor noch nicht gekippt, die Wasserqualität hervorragend – aber mit der Luft- steigt auch die Wassertemperatur. So kommen der Sarchinger und der Roither Weiher auf 27 Grad Wassertemperatur!

Die Besucherzahlen im Westbad und im Wöhrdbad indes sind gigantisch: Waren es 2016 zwischen Mai und Juli noch 179.000 Besucher, kamen im Sommer 2017 schon 213.000 – im Jahr 2018 waren es bisher schon 226.000 Besucher!

Probleme mit der Wasserversorgung bei den Bädern hat die Rewag – siehe oben – allerdings nicht, denn Regensburg ist gut mit Wasser versorgt. Doch umso mehr Badegäste kommen, desto mehr Wasser muss vorgehalten werden: 30 Liter je Badegast sind es, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden. „Damit ist klar, dass im Sommer, wenn sehr viele Menschen in die Bäder gehen, auch entsprechend mehr Wasser benötigt wird“, so Gottschalk von „Das Stadtwerk“.

Streit ums Grillen an den Badeweihern

Mehr Badegäste an den Weihern bedeutet aber mitunter auch eine Gefahr: Derzeit schickt die Regierung der Oberpfalz mehrmals täglich Flüge über Wald und Wiesen, die Gefahr von Waldbränden ist extrem hoch. Deshalb herrscht an vielen Seen auch absolutes Grillverbot. Doch nicht jeder hält sich daran. Am Wochenende kam es etwa am Roither Weiher zu Streit, als der für den See zuständige Pächter auf mehrere Grillende aufmerksam wurde. Dabei wurde an der Parkplatzeinfahrt ausdrücklich ein Grillverbot verhängt. Er löschte den Grill, obwohl eine Großfamilie noch nicht gegessen hatte ...

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