18.06.2018, 12:42 Uhr

Für mehr Artenvielfalt Der Sterlet soll in der Donau wieder heimisch werden

(Foto: Bezirk Obetpfalz)(Foto: Bezirk Obetpfalz)

Bezirkstagspräsident Franz Löffler gab den Startschuss für das Einsetzen von rund 4.000 Sterlets in die Donau, mit dem diese Fischart in dem Fluss wieder heimisch werden soll. „Der Bezirk nimmt die Sorge um die Fischerei und Teichwirtschaft sehr ernst“, sagte Präsident Löffler. Der Sterlet ist die kleinste einheimische Störart und war ursprünglich im Flusslauf der bayerischen Donau bis Ulm beheimatet.

REGENSBURG Der Bezirk Oberpfalz setzt so die bereits 2010 begonnene Besatzaktion fort. Bis 2013 wurden in Zusammenarbeit mit dem Fischereiverband Oberpfalz und der finanziellen Unterstützung durch den Landesfischereiverband Bayern rund 24.000 Sterlets in die Mündungen der Donauzuflüsse Schwarze Laber, Regen und Naab eingesetzt. Seit 2014 betreibt der Bezirk Oberpfalz die Wiederansiedlung auf eigene Kosten.

„Der Oberpfälzer Fisch ist ein Kulturgut, ein wertvolles Lebensmittel und Lebensunterhalt für viele Menschen“, stellte Bezirkstagspräsident Löffler fest. Angesichts der immensen Schäden in der Teichwirtschaft durch den Fischotter müsse sich der Mensch einbringen, wenn die Natur das Gleichgewicht von sich aus nicht mehr herstellen könne. Hans Holler, Präsident des Fischereiverbandes Oberpfalz, dankte dem Bezirk Oberpfalz für seinen Einsatz für die Artenvielfalt in den Oberpfälzer Flüssen und wies darauf hin, dass auch für die Durchgängigkeit der Donau mehr geschehen müsse, um die Wanderung der Fische zu unterstützen.

Die rund 30.000 Sterlets, die in den letzten Jahren in die Donau eingesetzt wurden, sind im Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb erbrütet und aufgezogen worden, die Elterntiere stammen aus dem Einzugsgebiet der Donau. Einzelne Fangmeldungen von Fischern zeigen den Erfolg der bisherigen Besatzmaßnahmen. „Die Weibchen werden frühestens nach sieben Jahren geschlechtsreif“, erklärte Dr. Henrike Saile, Expertin der Fischereifachberatung des Bezirks. Deshalb komme man jetzt „in die heiße Phase“: In den nächsten Jahren zeige sich, ob die Vermehrung der Sterlets in der Donau gelinge.

Allerdings passt sich der Sterlet der Strömung an, sodass er im Lauf der Zeit donauabwärts wandert. So wurde aktuell an der deutsch-österreichischen Grenze bei Jochenstein ein Sterlet aus dem Wasser gezogen, der mit großer Wahrscheinlichkeit im Jahr 2012 in Regensburg ausgesetzt wurde. Damals 20 Zentimeter groß legte er 180 Kilometer stromabwärts zurück und erreichte eine Größe von rund 85 Zentimetern. Mittlerweile trägt das Tier einen Sender und gibt so den Fischexperten Auskunft über sein weiteres Wanderverhalten. Alle Fischer in der Region sind dazu aufgerufen, Sterlet-Funde an die Fachberatung für Fischerei unter der Telefonnummer 0941/ 91001360 oder per E-Mail an fachberatung@bezirk-oberpfalz.de zu melden. So kann der Nachweis über eine erfolgreiche Wiederansiedlung der Art geführt werden.


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