13.05.2018, 19:50 Uhr

Teilnehmerzahlen weiter ansteigend Gemischte Zwischenbilanz – Vogelsterben hat Gärten wohl noch nicht erreicht

(Foto: phalder/123RF)(Foto: phalder/123RF)

Ist es bereits positiv, wenn die Vögel vor unserer Haustür nicht noch weniger werden? Nach Eingang von knapp einem Viertel der Meldungen der Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ ergeben erste Hochrechnungen des LBV, dass die Anzahl der beobachteten Vögel pro Garten gegenüber dem Vorjahr zumindest nicht weiter abgenommen hat.

BAYERN „Nachdem das allgemeine Vogelsterben in den vergangenen Monaten viel Beachtung in der Öffentlichkeit gefunden hat, haben Bayerns Naturfreunde nach dem aktuellen Zwischenergebnis nun zumindest nicht weniger Vögel beobachtet als zuletzt“, so Martina Gehret, Citizen-Science-Beauftragte des LBV. Insgesamt gilt dies jedoch nicht als Entwarnung, da im Vergleich zu 2017 bisher lediglich erneut das niedrige Vorjahresniveau erreicht wurde. „Immerhin etwas positiv scheint diese erste Zwischenbilanz für den Grünfink (8.) auszufallen, der nach Jahren des Rückgangs heuer erstmals auf gleichem Bestandsniveau zu bleiben scheint“, sagt Gehret. Teilnehmer können dem LBV ihre Beobachtungen vom Wochenende noch bis zum 21. Mai per Post, Fax oder online mitteilen unter www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de

Ebenfalls nach Jahren der Bestandsabnahme scheint auch der Haussperling (1.) zumindest gleich zu bleiben. „Trotzdem erobert sich der Spatz keine bereits aufgegebenen Gebiete zurück und tritt nach wie vor nur in lediglich zwei Drittel der Gärten auf“, erklärt Martina Gehret. In diesem Zusammenhang betont sie die Wichtigkeit von naturnaher Gartengestaltung. „In solchen Gärten können viele unsere häufigen Vogelarten des Siedlungsraums immerhin noch Nahrung und Nistmöglichkeiten finden, die Bedeutung naturnaher Gärten kann man deshalb gar nicht hoch genug bewerten“, erklärt die LBV-Expertin.

Beim Zwischenfazit des bisherigen Gesamtergebnisses setzt der Feldsperling seinen Siegeszug der letzten Jahre fort. Als derzeitiger Dritter überholt er erstmals in der 14-jährigen Geschichte der Mitmachaktion den Star (4.). Sollte sich der Trend des Vogels des Jahres 2018 verfestigen, dann nimmt der Star gegenüber dem Vorjahr leicht ab. „Mögliche Gründe dafür sind aktuell noch nicht zu erkennen“, so Gehret. Die Top 5 runden die Amsel als Zweiter und die Kohlmeise auf Rang 5 ab. Das erste Zwischenergebnis ist allerdings noch mit Vorsicht zu interpretieren. „Die Stunde der Gartenvögel ist ja kein Wettrennen zwischen Vogelarten. Interessant sind die Entwicklung der einzelnen Vogelarten über einen längeren Zeitraum und ihre Gesamtentwicklung“, weiß die LBV-Expertin.

Auf den ersten Blick erfreulich sind in Bayern die leichten Zunahmen bei Rauchschwalbe (16.) und Mauersegler (12.), und immerhin zeigt sich auch die Mehlschwalbe (9.) gleichbleibend. „Alle Arten hatten in den letzten Jahren immer weiter abgenommen, was sich heuer im restlichen Bundesgebiet fortsetzt“, weiß Martina Gehret.

Das Interesse der Bayern an der Natur vor ihrer Haustür scheint weiter ungebrochen. Den ersten LBV-Hochrechnungen zufolge nimmt die Teilnahme an der Aktion weiter zu.


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