19.03.2018, 14:57 Uhr

Naturschützer schlagen Alarm Bäume werden gefällt – Bürger gehen auf die Barrikaden – Maßnahmen sind aber notwendig!


„Kettensäge bringt den Bürger auf die Barrikaden“, so betitelten wir vergangene Woche eine Geschichte über Baumfällarbeiten in der Konrad-Adenauer-Allee in Regensburg. „Vergreisungssymptome im Kronenbereich“, so berichtet das Gartenamt, hätten die Arbeiten nötig gemacht. Nun geht der Ärger weiter: in Neutraubling und in Pielenhofen. Denn auch dort wurden Bäume gefällt. Das finden nicht alle richtig.

„Neben den Hecken und kleineren, teils morschen Bäumen, wurde direkt neben der ,Cantina‘ am westlichen Ufer eine größere Pappel gefällt. Der dortige Kioskbetreiber hatte bereits wegen morscher Äste seit Jahren die Sorge, dass der Baum den nächsten Stürmen nicht mehr standhält“, so Fichtl weiter. Ein Baumgutachter hatte das Fällen des Baumes dringend empfohlen. Stürme, „fleißige“ Biber und morsche Äste hätten in den letzten Jahren immer wieder dafür gesorgt, dass Bäume entfernt werden mussten. Der Naherholungsverein, der für den Guggenberger Weiher zuständig ist, überlegt nun „gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband im Herbst eine größere Pflanzaktion unter Einbeziehung von Schulklassen durchzuführen“.

Auch in Pielenhofen herrscht große Aufregung: Bäume wurden gefällt, Zugänge zur Naab geschaffen, Bagger sind im Einsatz. Eine Anwohnerin beschwert sich – über die Maßnahme und auch über den Bürgermeister. Der wimmelt zunächst ab, doch dann bricht es aus Reinhold Ferstl heraus. Wegen eines Baugebietes, auf dem 34 Parzellen entstehen, seien Ausgleichsflächen gefordert. Laut Gesetz müsse die Kommune diese Flächen aufwerten. Es sei nicht möglich, Ausgleichsflächen so zu belassen, wie sie sind. In Absprache mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt wurden nun auf der Fläche an der Naab tote Gehölze und tote Bäume entfernt. Weiterhin wurden Zugänge zur Naab geschaffen. Diese sind dazu gedacht, dass der Fluss sich ausbreiten kann. Zudem werden große Steine in die Naab gelegt. Hier finden Fische Rückzugsorte und können sich zum Laichen absondern vom Schwarm. Im Laufe der Zeit wird es zudem Nachpflanzungen geben. Ferstl versteht die ganze Aufregung ganz und gar nicht, spätestens in einem Jahr sei alles schon wieder schön zugewachsen, was aktuell noch nach Baustelle aussehe. Auch der Bund Naturschutz sei vor Ort gewesen und habe die ergriffenen Maßnahmen für gut und richtig befunden.


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