21.12.2017, 19:01 Uhr

Unterschiedliche Entwicklungen Rote Listen für Bayerns Libellen und Säugetiere wurden aktualisiert

Die kleine, nur rund drei Zentimeter lange Gabel-Azurjungfer besiedelt flache krautreiche Stillgewässer in wärmebegünstigten Lagen. (Foto: Henrik Stöhr)Die kleine, nur rund drei Zentimeter lange Gabel-Azurjungfer besiedelt flache krautreiche Stillgewässer in wärmebegünstigten Lagen. (Foto: Henrik Stöhr)

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat die Roten Listen für Bayern zu Libellen und Säugetieren aktualisiert. Dabei zeigen sich sowohl Verbesserungen als auch Verschlechterungen.

BAYERN 43 Prozent der heimischen Libellen stehen aktuell auf der Roten Liste. Die Bestände von 19 Libellenarten haben sich erfreulicherweise seit der letzten Bewertung 2003 positiv entwickelt, die von drei Arten negativ. Auf der aktuellen Roten Liste für die bayerischen Säugetiere stehen 42 Prozent der heimischen Arten. Knapp ein Drittel (32 Prozent) der einheimischen 79 Säugetierarten kommt sehr selten oder extrem selten vor. Bei 16 Arten hat sich zur vorherigen Fassung aus dem Jahr 2003 die Gefährdungskategorie verbessert, bei 14 verschlechtert. Ursachen der positiven Entwicklungen sind vor allem Artenschutzmaßnahmen des Naturschutzes.

Ursachen für negative Bestandsänderungen sind in erster Linie Veränderungen der Landnutzung, wie etwa der Umbruch von Grünland, der Verlust von Kleinstrukturen oder die Zerschneidung von Lebensräumen. Für Fledermäuse ist auch der Verlust von geeigneten Wohnräumen in alten offenen Dachstühlen von Bedeutung. Bei den Libellen sind die Trockenlegung und Intensivierung der Nutzung von Feuchtwiesen, die Verfüllung von Kleingewässern und eine regelmäßige Grabenräumung und Grabenfräsen wichtige Gefährdungsursachen.

In den Alpen, in denen 65 Arten nachgewiesen sind, ist die Gefährdung der Säugetiere mit 23 Prozent wesentlich geringer als im übrigen Bayern. Das ist in erster Linie dem größeren Anteil an natürlichen Lebensräumen in den Hochlagen zuzuschreiben. In welcher Weise der Klimawandel Einfluss auf die Gefährdung und Verbreitung der Arten hat, ist noch nicht ausreichend erforscht. Höhere Temperaturen können sich positiv auf die Zuwanderung neuer Arten, aber auch negativ durch die Verkleinerung von geeigneten Lebensräumen auswirken.

Die Roten Listen Bayern können im Internet unter www.lfu.bayern.de abgerufen werden.


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