24.11.2017, 12:13 Uhr

Erste Ergebnisse 48 Tonnen Biomüll werden zu Strom

Die Einführung der Biotonne treibt die Müllgebühren in die Höhe.  (Foto: ce)Die Einführung der Biotonne treibt die Müllgebühren in die Höhe. (Foto: ce)

Die Müllgebühren steigen in Regensburg an. Grund ist unter anderem die Einführung der Biotonne, deren Erfolg fraglich ist. Die Stadt wurde gezwungen, eine Biotonne einzuführen. Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer verweist allerdings darauf, dass die Abgaben je Haushalt im Schnitt um lediglich 1,4 Prozent seit 2010 gestiegen sind, während die Verbraucherpreise um 9,3 Prozent stiegen. Die Botschaft soll wohl sein: Alles wird teurer, da kommt es darauf auch nicht mehr an.

REGENSBURG Während bei der Entwässerung sowohl die Gebühren als auch die Beiträge sinken, steigen die jährlichen Abfallbeseitigungsgebühren zwischen 25,56 Euro für eine 60-Liter-Tonne und 467,88 Euro für einen großen 1.100-Liter-Großbehälter. Im Schnitt wird jede Abfalltonne um mehr als 40 Prozent teurer. Gründe für die Erhöhung sind nach Angaben der Stadt unter anderem die Erhöhung des Entsorgungsentgelts beim Zweckverband Müllverwertung Schwandorf seit 2015 sowie die gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtende Einführung der Biotonne. Hier hat man sich auf ein System geeinigt, bei dem die Regensburger ihren Kompost zu einer Tonne bringen müssen. Dann aber müssen die Tonnen entsorgt und auch vier Mal pro Jahr gereinigt werden, was jetzt zusätzlich zu Buche schlägt.

„Pro Haushalt etwa 50 Euro Gebühren-Plus“

Am Beispiel eines Vier-Personen-Musterhaushalts in einem Mehrfamilienhaus ergibt sich laut Stadt für die nun erhobenen Gebühren eine Kostensteigerung von 48,51 Euro pro Jahr.

Fraglich indes ist, warum man nicht einfach einige der normalen Mülltonnen durch Biotonnen ersetzt hat. Denn sicher ist: Die herkömmliche Mülltonne wird nun nur noch halb so voll sein wie bisher, denn ein erheblicher Anteil des Mülls dürfte nun in die Biotonne wandern.

Bei der Leerung der Biotonnen nach der ersten Sammelwoche gab es im Schnitt 20 Kilo Bioabfälle pro Tonne. Inzwischen sind es 50 Kilo pro Tonne. „Wir haben erst angefangen und die Nutzung der Biotonnen steigt an. Man sieht eine deutliche Tendenz“, erklärt Umweltamtsleiter Rudolf Gruber. In den fünf Wochen seit der Einführung der Biotonnen wurden 48 Tonnen Bioabfälle aus der Stadt zur Verarbeitung zur Vergärungsanlage im Landkreis Kelheim gebracht. Daraus wurden 4.608 Kubikmeter Biogas gewonnen. 70 Prozent davon werden in Strom umgewandelt und in das öffentliche Stromnetz eingespeist. „Mit dem Strom, der aus den 4.608 Kubikmetern Biogas erzeugt wurde, kann ein Vier-Personenhaushalt über mehrere Jahre versorgt werden“, so Gruber. Da ist also noch Luft nach oben. Trotzdem zeigen sich die Verantwortlichen optimistisch. „Es ist ein lebendiges System das wachsen und weiter ausgebaut werden muss“, erklärt Gruber. Sollten die Biotonnen, die momentan circa bis zur Hälfte gefüllt sind, irgendwann nicht mehr reichen, werden sie durch die Stadt ergänzt.

Der Abfallkalender der Stadt Regensburg wurde am Mittwoch, 22. November, über das Wochenblatt Regensburg verteilt. Wer den Kalender nicht bekommen hat, kann ihn sich beim Wochenblatt Regensburg in der Prinz-Ludwig-Straße 9 immer von Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13.30 Uhr abholen. Außerdem gibt es den Abfallkalender auch auf der Homepage der Stadt Regensburg!


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