29.05.2019, 10:45 Uhr

Bürgerversammlung 380 kV-Projektgruppe will Erdverkabelung

V. li.: Moderator Ludwig Reil, Dr.-Ing. Martin Elsberger, Monika Meyer, stellv. Landrätin Edeltraud Plattner (Rottal-Inn), Manfred Grabmeier, Landrat Erwin Schneider (Altötting) und Julia Lechner. (Foto: Goller)V. li.: Moderator Ludwig Reil, Dr.-Ing. Martin Elsberger, Monika Meyer, stellv. Landrätin Edeltraud Plattner (Rottal-Inn), Manfred Grabmeier, Landrat Erwin Schneider (Altötting) und Julia Lechner. (Foto: Goller)

Die 380-kV-Starkstomtrasse bleibt ein Riesenthema. Das zeigten die etwa 300 Besucher, die zur Bürgerversammlung in Endlkirchen kamen. Die geplante Trasse macht an Gemeindegrenzen nicht Halt, so haben sich in der Projektgruppe auch Aktivisten aus dem oberbayerischen Holzland und aus dem niederbayerischen Rottal-Inn zusammengeschlossen.

ROTTAL-INN Wie intensiv ihre Arbeit ist und wie schwierig es sich erweist, mit den Forderungen gehört zu werden, wurde schnell deutlich, als Moderator Ludwig Reil auf die Bühne trat und das Projekt mit einem Marathonlauf verglich. Er forderte die Anlieger auf, weiter zu laufen und zu kämpfen um mögliche Ziele zu erreichen.

Die Sprecher der Projektgruppe Julia Lechner und Manfred Grabmeier ließen die vergangen Monate Revue passieren. Monika Meyer erklärten den aktuellen Stand des Raumordnungsverfahrens, welches im Januar mit einer Antragskonferenz startete. Es ist gelungen, wenigstens die Möglichkeit einer Erdverkabelung offen zu halten, wie Monika Meyer schilderte. Weil das so genannte Bündelungsgebot Anwendung finden könnte, gäbe es die Möglichkeit, die Leitungen im Zuge des Autobahnbaus nach Simbach in der Erde zu verlegen. Eine Variante, die den Betroffenen Hoffnung macht. Mit entsprechenden Stellungnahmen der Projektgruppe und der Bürgermeister wurde wohl erreicht, dass im zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans bis 2030 (NEP) der Eintrag vorgenommen wird, im fraglichen Abschnitt dem Bündelungsgebot Rechnung zu tragen. Auch die Landräte von Altötting und Rottal-Inn unterstützen diese Forderung.

Nun heißt es hoffen, denn wirklich aktiv kann die Initiative sich in den Mühlen der Bürokratie gerade nicht einbringen. Mitte Mai soll der zweite Entwurf des NEP veröffentlicht werden. Dann prüft die Bundesnetzagentur sechs Monate lang und legt den Plan dem Bundestag Anfang 2020 vor. Hier möchte die Projektgruppe 380 kV dann durchsetzen, dass im Bundesbedarfsplangesetz, das jeden Kilometer „Höchstspannungsleitungen“ im Bundesgebiet genau beschreibt, für die Trasse das Merkmal „F“ aufgenommen wird. Es ist laut Monika Meyer die Voraussetzung dafür, dass die Regierung von Oberbayern bei der Festlegung des genauen Verlaufs überhaupt noch die Möglichkeit einer teilweisen Erdverkabelung prüfen kann.

„Dieses F hat man nicht schon längst reingeschrieben, weil eine Erdverkabelung bei Wechselstrom technisch schwierig und mit sehr viel höheren Kosten verbunden ist“, sagte Ministerialrat Dr.-Ing. Martin Elsberger. Er ist Leiter des Referats Energieinfrastruktur, Strom, Netze im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Derzeit gibt es nach seinen Angaben neun Pilotprojekte für Wechselstrom-Erdverkabelung, von denen erst eines in Nordrhein-Westfalen umgesetzt wurde. Im Jahr 2024 sei mit dem Planfeststellungsbeschluss zu rechnen. Die Leitung könnte 2026/2027 stehen. „Wir werden uns stark für die Trassenvariante einsetzen, die für die Bevölkerung die verträglichste ist“, versprach Elsberger.


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