10.10.2018, 15:40 Uhr

Viele Meldungen Projekt Äskulapnatter 2018 war sehr erfolgreich

Die Äskulapnatter kommt im Landkreis häufiger vor als gedacht. (Foto: Renner)Die Äskulapnatter kommt im Landkreis häufiger vor als gedacht. (Foto: Renner)

Die Bitte um Meldungen der Arbeitsgruppe „Äskulap“ des Landesverbandes für Amphibien – und Reptilienschutz in Bayern (LARS) zu Vorkommen der Äskulapnatter in der Umgebung von Passau, entlang der Donau, des Inns und der Salzach hat 2017/2018 zu guten Ergebnissen geführt. Die Arbeitsgruppe konnte im Raum Passau insgesamt 35 E-Mails und 25 Anrufe und im Raum Rottal-Inn 21 E-Mails und 12 Anrufe mit zuverlässigen Meldungen von Äskulapnattern sammeln. Eine vorläufige Auswertung deutet auf eine größere Verbreitung der schönen Natter als sie bisher bekannt und in der Fachliteratur dargestellt war.

ROTTAL-INN Der Verband dankt an dieser Stelle allen Meldern von Schlangenvorkommen. Das Projekt Äskulapnatter trägt dazu bei, eine Aussage über eine mögliche Ausbreitung der Art in Bayern durch den Klimawandel zu machen. Es geht also darum, die derzeitige Verbreitungsgrenze der Äskulap in Bayern (und Oberösterreich) möglichst genau zu dokumentieren, um zukünftige Änderungen feststellen zu können.

Ein wesentlicher Grund für eine Umfrage ist die versteckte Lebensweise und die sehr unterschiedlichen Lebensräume, in denen die Schlange angetroffen werden kann. Eine systematische Suche in der Landschaft ist daher sehr aufwendig und kann weder von ehrenamtlichen Naturfreunden noch von Fachleuten von Behörden oder Universitäten geleistet werden. Bei einer Art, die nicht übermäßig schwer zu bestimmen ist, bietet sich daher an ein Citizen – Science (= Bürger forschen) - Projekt durchzuführen.

Bekanntlich werden Schlangen von den Bürgern sehr unterschiedlich wahrgenommen – sofern sie überhaupt gesehen/angetroffen oder beobachtet werden. Neben überwiegend konkreten Meldungen von Äskulapnattern, Ringelnattern und Schlingnattern mit Beschreibungen und auch Fotobelegen wurde die Umfrage auch als Gelegenheit genutzt, Ängste vor Schlangen zu artikulieren und um Hilfe zu bitten. Die Spannweite der beobachteten Einstellungen gegenüber diesen Reptilien reichte daher von diffusen Ängsten oder gar ernsten Schlangenphobien bis hin zur Faszination und deutlichem Wohlwollen. Deshalb wurde versucht, den Menschen möglichst sachliche Information zu vermitteln und unnötige Ängste zu nehmen.

Die wesentlichsten Ergebnisse der Umfragen, neben der Aufklärungsarbeit sind: Die Äskulapnatter kommt von Ingling in Passau entlang der Innleiten über Neuburg und Dommelstadl bis Neuhaus am Inn vor. Auf der oberösterreichischen Seit besteht ein zusammenhängendes Vorkommen vom Donautal ins Inntal, d.h. von Achleiten über die Innstadt und Wernstein bis Schärding. Nördlich von Passau gab es häufige Meldungen von Grubweg und Salzweg, einzelne Meldungen kamen auch von Thyrnau. Nordöstlich von den bekannten Vorkommen in den Donauleiten wurden Äskulapnattern vom Erlautal im Bereich Schmölz und Kaindlmühle sowie von Steinbruck, Gottsdorf und Kropfmühl gemeldet. Im Raum SImbach stammten 80 % der Meldungen aus dem Bereich Schellenberg (Winkelham, Waltersdorf, Erlach). Hier dürfte die Hauptverbreitung im Landkreis Rottal-Inn liegen

. Vier Meldungen belegten eine Ausbreitung der Äskulapnatter von Erlach westlich bis ins Simbacher Zentrum (Heinzelspitze) bis nach Obersimbach entlang des Hangfußes. Einer Verbreitung entlang der Rott in Richtung Pfarrkirchen/Untergrasensee ist nach mehreren, unabhängig von einander eingegangenen Meldungen möglich, diese Vorkommen konnten aber noch nicht bestätigt werden; hier sind weitere Recherchen notwendig. Vereinzelte Meldungen aus dem Auenbereich zwischen Ering und Kirchdorf am Inn deuten hier auf eine durchgehende Verbreitung hin. An der Salzachmündung bei Bergham/Seibersdorf innaufwärts Richtung Stammham gibt es neue Vorkommen der Äskulapnatter.

Die Arbeitsgruppe ist hocherfreut über den gewonnenen Kenntnisstand zur Verbreitung der Äskulapnatter in ihrem begrenzten Vorkommen in Bayern. Neben dem wissenschaftlichen Aspekt kann auch der notwendige Schutzbedarf für die deutschlandweit seltene und gefährdete Äskulapnatter genauer ermittelt werden. Da es auch etliche Meldungen von Schlingnattern und Ringelnattern gab, wurde auch hier ein wertvoller Beitrag zur Kenntnis der Verbreitung dieser Arten geleistet.


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