13.05.2018, 09:00 Uhr

Schlangen Augen auf und melden – Hinweise zur Äskulapnatter erbeten

Der Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V bittet die Bürger um Hinweise zur Äskulapnatter in der Region. (Foto: Dr.-Ing. Felix Reimann)Der Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V bittet die Bürger um Hinweise zur Äskulapnatter in der Region. (Foto: Dr.-Ing. Felix Reimann)

Im Jahr 2015 hat sich die Arbeitsgruppe „Äskulapnatter“ beim Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V. – kurz L.A.R.S. – gegründet, deren Hauptinteresse die Erforschung und der Schutz der größten Schlange Deutschlands ist. Dafür bittet diese nun um die Mithilfe der Bürger in den Landkreisen Rottal-Inn und Passau.

ROTTAL-INN Schon 2016 gab es den ersten Aufruf zur Mithilfe – mit großem Erfolg- insgesamt rund 50 Meldungen gingen im Landkreis Passau und Rottal-Inn bei der Arbeitsgruppe ein, durch die neue Erkenntnisse zur Verbreitung des scheuen Reptils gewonnen werden konnten.

Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) kann in der Region eine Länge von bis zu 1.80 m erreichen. Sie besitzt am Rücken eine glänzend braune Färbung, die von olivfarben bis hin zu schwarz stark variieren kann. Manche Schuppen haben einen weißen Rand, wodurch eine leichte, helle Längsstrichelung entlang des sonst schlanken Körpers entsteht. Die Unterseite dagegen ist blassgelb, der Vorderkörper ist oft ebenfalls heller und leicht gelblich.

Die Jungtiere ähneln mit ihren gelben Halbmondflecken am Nacken einer Ringelnatter, haben ein schwarzes Band vom Auge bis zum Mundwinkel und eine undeutliche dunkelbraune Fleckenzeichnung. Die Äskulapnatter ist nicht giftig und beißt auch nur, wenn sie sich sehr bedroht fühlt. Sie kann am Boden als auch in Bäumen und Sträuchern gesichtet werden, da sie die einzige regelmäßig kletternde Schlangenart bei uns ist.

Oftmals ist sie in Siedlungsnähe zu finden. Gerade Kompost- und Reisighaufen werden von den Tieren gerne zur Eiablage genutzt, weshalb hier Gartenbesitzer ein offenes Auge haben sollten. Aber auch in Schuppen und anderen Nebengebäuden wurden Äskulapnattern hin und wieder angetroffen.

Die Äskulapnatter kommt in Bayern nur noch an wenigen Stellen entlang der Salzach und Saalach, des Inns und der Donau vor. Sie bewohnt sonnige, warme Südhänge und stellt hohe Ansprüche an ihr Habitat. Durch Abholzung, Bebauung und äußere Umwelteinflüsse sind die Bestände der Äskulapnatter stark bedroht. Darum untersucht die Arbeitsgruppe „Äskulapnatter“ die Verbreitungsgebiete und entwickelt mit den zuständigen Naturschutzbehörden Maßnahmen zum Schutz dieser Tiere.

Wenn Sie eine Äskulapnatter in Ihrer näheren Umgebung sehen, melden Sie Ihre Angaben bitte bei Daniel Renner, Tel.: 08573/2613114 oder info@kettennattern.de.


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