31.03.2018, 09:00 Uhr

Der Feldhase ist bedroht Die Jäger helfen dem Osterhasen

Der Bestand an Feldhasen ist in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. (Foto: BJV Eggenfelden)Der Bestand an Feldhasen ist in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. (Foto: BJV Eggenfelden)

Der Europäische Feldhase, das Sinnbild für Fruchtbarkeit, Frühling und Erwachen der Natur, hat Probleme. Fressfeinde bedrohen ihn, die Lebensräume schwinden. Die bayerischen Jäger machen sich stark, um die Lebensbedingungen von Feldhase und Co wieder zu verbessern.

ROTTAL-INN In diesen Tagen setzt die Häsin nach rund 40 Tagen Trächtigkeit ihre Jungen einzeln in einer Mulde im Feld, der so genannten Sasse, ab. Unmittelbar nach der Geburt lässt sie die Tiere dort völlig allein zurück. Dennoch ist sie keine Rabenmutter, erklärt Axel Kuttner, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Eggenfelden. Die Häsin möchte ihre Jungtiere schützen. Die jungen Hasen haben nahezu keinen eigenen Körpergeruch und sind so von Fressfeinden geschützt. Der Geruch der Häsin allerdings würde die Feinde anlocken. Deshalb kehrt sie nur morgens und abends zum Säugen zur Sasse zurück. Die Muttermilch der Häsin ist zudem besonders nährstoffreich und fetthaltig und eine Garantie dafür, dass die Kleinen schnell wachsen und so schnell aus dem kritischen Alter herauskommen.

Doch immer weniger kleine Hasen kommen letztlich durch und überleben. Der Bestand an Feldhasen ist in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Schuld daran sind viele Faktoren. Da ist einmal die Witterung. Nasskaltes Wetter in den ersten drei Lebenswochen ist der sichere Tod für den Nachwuchs. Neben der Nässe drohen viele weitere Gefahren. Der Feldhase steht auf dem Speiseplan vieler Fressfeinde. Fuchs und Marder, Wiesel und Uhu, aber auch Habicht und Rabenkrähen, Katze und Hund haben die kleinen Mümmelmänner zum Fressen gern.

Entscheidend für das Überleben ist nicht zuletzt der Lebensraum in der Agrarlandschaft. Feldhasen brauchen Hecken und Feldraine, Grabenböschungen und Graswege, Ackerränder mit Blütenpflanzen, die dem Nachwuchs Nahrung und Schutz bieten können. Diese Strukturen sind vielerorts verloren gegangen. Doch der Feldhase braucht eine Vielfalt von Wildkräutern, eine so genannte Hasenapotheke. Blühpflanzen wie Schafgarbe und Kamille machen die Hasenmilch besonders nahrhaft und sorgen dafür, dass der Feldhase fit, gesund und widerstandsfähig wird und bleibt.

„Vor dem Hintergrund des dramatischen Rückgangs an Feldhasen in unserer Flur wird die enge Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und ihren Jägern immer wichtiger“, betont Kuttner. Nur gemeinsam gelingt es, den Lebensraum für die Hasen zu verbessern und so das Überleben der Feldhasen zu sichern. Zum Beispiel mit der Anlage von Blühflächen und der Aussaat von Kräutermischungen oder dadurch, dass Feldraine nicht ständig gemulcht und dass auf den Feldern so genannte Zwischenfrüchte zwischen den Hauptkulturen angebaut werden. Von blühenden Inseln in der Feldflur profitieren nicht nur unsere Feldhasen, sondern auch Fasane und Rebhühner, Vögel und Feldhamster, Käfer und Bienen.

Eine Gefahr für den Nachwuchs im Hasenrevier ist natürlich auch der Hund. Oft ist auch er – vom Besitzer völlig unbemerkt – für den Tod junger Hasen verantwortlich, während er scheinbar friedlich über die Wiese streunt. Deshalb appelliert Kuttner an das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter: „Nehmen Sie Ihre vierbeinigen Freunde vor allem in den Brut- und Setzzeiten – etwa von April bis Juni - an die Leine - damit wir auch in Zukunft noch Osterhasen haben.“


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