30.12.2019, 14:45 Uhr

Blechlawine sorgte für Chaos Illegale Wildparker am Dreisessel gefährden andere!

Das Bergwachtfahrzeug am 29.12.2019 im Stau am Dreisessel. Deshalb appellieren die Behördenvertreter nun an die Autofahrer: „Bitte machen Sie die Bildung einer Rettungsgasse nicht unmöglich, bleiben Sie daher nicht einfach am Straßenrand stehen.“ (Foto: Landratsamt Freyung-Grafenau)Das Bergwachtfahrzeug am 29.12.2019 im Stau am Dreisessel. Deshalb appellieren die Behördenvertreter nun an die Autofahrer: „Bitte machen Sie die Bildung einer Rettungsgasse nicht unmöglich, bleiben Sie daher nicht einfach am Straßenrand stehen.“ (Foto: Landratsamt Freyung-Grafenau)

Landrat Gruber berief nach Chaostag am Berg Krisengespräch

NEUREICHENAU/FREYUNG. Der Dreisessel (Landkreis Freyung-Grafenau) erfreut sich bei Wanderern und Freizeitsportlern zunehmender Beliebtheit. Bei schönstem Winterwetter hat dies am vergangenen Sonntag jedoch zu chaotischen Zuständen geführt, auch die Bergwacht stand im Stau. Die Straße zum oberen Dreisesselparkplatz war teilweise am linken und rechten Fahrbahnrand zugeparkt, dazwischen versuchte eine Vielzahl von Autos ihr Ziel zu erreichen. Das Ergebnis: kein Durchkommen mehr für Einsatzfahrzeuge.

„Jeder, der sein Auto außerhalb der ausgewiesenen Parkflächen einfach am Straßenrand abstellt, blockiert potentiell Rettungseinsätze. Diese Straße ist der einzige Zufahrtsweg für Sanka, Notarzt, Feuerwehr und Bergwacht. Das muss sich jeder Autofahrer klarmachen, der am Dreisessel wild parkt,“ so das Landratsamt in Freyung am Montag. Und illegal ist dieses Verhalten überdies.

„Das Parken am Fahrbahnrand außerhalb geschlossener Ortschaften ist generell verboten; das gilt auch ohne Halteverbotsschilder und müsste jedem Führerscheininhaber bekannt sein,“ weist die Straßenverkehrsbehörde auf die klare Rechtslage hin. „Wenn ein Mensch zu Schaden kommt, weil die Einsatzwege durch illegale Parker wie am vergangen Wochenende verstopft sind, kann das erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen.“ Wer hier einfach am Fahrbahnrand stehen bleibt, löse eine Kettenreaktion aus und gefährde im Falle des Falles Menschenleben. Weder der Notarzt, noch Feuerwehr und Bergwacht können in einer akuten Notsituation, in der jede Minute zählt, ans Ziel kommen. Liegt ein Mensch hilflos im Gelände, kann er auch nicht zum Hubschrauber gebracht werden, wenn das Bergwachtfahrzeug nicht auf den Dreisessel hochkommt, weil die einzige Zufahrtsstraße zugeparkt ist.

Am oberen Parkplatz waren übrigens noch freie Parkplätze, die aber niemand mehr anfahren konnte.

Auf Initiative von Landrat Gruber haben sich am Montag Vormittag nun die Vertreter der betroffenen Fachstellen und Kommunen zu einer am frühen Morgen einberufenen Besprechung getroffen, um zusätzliche, kurzfristige Maßnahmen gegen die chaotischen Zustände unter dem Dreisessel zu besprechen. Die bereits angebrachte Beschilderung hat augenscheinlich keine Abhilfe gebracht.

Vor allem die kommenden Tage bis zum 6. Januar werden auf jeden Fall wieder viele Besucher auf den Dreisessel locken. Als kurzfristige Notmaßnahme wird nun die Feuerwehr die Zufahrtsstraße zum Dreisesselparkplatz sperren, sobald dort die Parkplätze belegt sind. Die Autofahrer haben die Anordnungen der Feuerwehr zu befolgen, sie haben ihre Grundlage in einer Anordnung des Landratsamtes.

Für eine dauerhafte Abhilfe untersucht man, ob eine geeignete technische Lösung geschaffen werden kann. Da die Zufahrtsstraße 8 km lang und die Topografie äußerst schwierig ist, ist eine individuelle Lösung speziell für die Verhältnisse am Dreisessel notwendig. Geprüft wird insbesondere eine Schranke. Dieses Modell stößt jedoch auf u. a. rechtliche Probleme, da die Zufahrtsstraße als Kreisstraße (anders als eine Mautstraße) öffentlich zugänglich sein muss.

„Aber auch technische Lösungen und Kontrollen können nicht funktionieren, wenn sich die Autofahrer nicht an die Regeln halten. Die Parkkapazitäten werden in der freien Natur zwangsläufig immer beschränkt bleiben“, fasst die Sprecherin des Landratsamtes das Fazit des Termins zusammen. Die bisherigen Erfahrungen auch andernorts zeigten, dass sich die Probleme mit jeder Maßnahme oft einfach weiter verlagern. „Wir appellieren daher an jeden einzelnen Autofahrer, sich an die Verkehrsregeln zu halten und nicht einfach am Fahrbahnrand zu parken. Jeder kann auf die Hilfe von Rettungskräften angewiesen sein. Deshalb gilt: Eine Rettungsgasse nicht unmöglich machen und nicht außerhalb der ausgewiesenen Parkplätze stehen bleiben.“


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