18.05.2018, 10:23 Uhr

Augen auf bei der Gartenarbeit! Arbeitsgruppe Äskulapnatter bittet um Mithilfe der Bevölkerung

Die Äskulapnatter ist die größte Schlangenart in der Region. Eine Arbeitsgruppe will das Tier und seinen Lebensraum näher erforschen. (Foto: Felix Reimann)Die Äskulapnatter ist die größte Schlangenart in der Region. Eine Arbeitsgruppe will das Tier und seinen Lebensraum näher erforschen. (Foto: Felix Reimann)

Im Jahr 2015 hat sich die Arbeitsgruppe (AG) „Äskulapnatter“ beim Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V. – kurz L.A.R.S. – gegründet, deren Hauptinteresse die Erforschung und der Schutz der größten Schlange in Deutschlands ist. Dafür bittet diese nun um die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger im Raum Rottal-Inn und Passau.

PASSAU Schon 2016 gab es den ersten Aufruf zur Mithilfe der Bevölkerung – mit großem Erfolg. Insgesamt rund 50 Meldungen gingen allein im Raum Passau und Rottal-Inn bei der Arbeitsgruppe ein, durch die neue Erkenntnisse zur Verbreitung des scheuen Reptils gewonnen werden konnten.

Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) kann hier in der Region eine Länge von bis zu 180 cm erreichen. Sie besitzt am Rücken eine glänzend braune Färbung, die von olivfarben bis hin zu schwarz stark variieren kann. Manche Schuppen haben einen weißen Rand, wodurch eine leichte, helle Längsstrichelung entlang des sonst schlanken Körpers entsteht. Die Unterseite dagegen ist blassgelb, der Vorderkörper ist oft ebenfalls heller und leicht gelblich.

Die Jungtiere ähneln mit ihren gelben Halbmondflecken am Nacken einer Ringelnatter, haben ein schwarzes Band vom Auge bis zum Mundwinkel und eine undeutliche dunkelbraune Fleckenzeichnung. Die Äskulapnatter ist nicht giftig und beißt auch nur, wenn sie sich sehr bedroht fühlt. Sie kann am Boden als auch in Bäumen und Sträuchern gesichtet werden, da sie die einzige regelmäßig kletternde Schlangenart in der Region.

Oftmals ist sie in Siedlungsnähe zu finden. Gerade Kompost- und Reisighaufen werden von den Tieren gerne zur Eiablage genutzt, weshalb hier vor allem Gartenbesitzer ein offenes Auge haben sollten. Aber auch in Schuppen und anderen Nebengebäuden wurden Äskulapnattern hin und wieder schon angetroffen.

Die Äskulapnatter kommt in Bayern nur noch an wenigen Stellen entlang der Salzach und Saalach, des Inns und der Donau vor. Sie bewohnt sonnige, warme Südhänge und stellt hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Durch Abholzung, Bebauung und äußere Umwelteinflüsse sind die Bestände der Äskulapnatter stark bedroht. Darum untersucht die AG Äskulapnatter die Verbreitungsgebiete und entwickelt mit den zuständigen Naturschutzbehörden Maßnahmen zum Schutz dieser Tiere. Die enge Zusammenarbeit mit den Unteren Naturschutzbehörden Rottal-Inn und Passau ist dabei eine wichtige Arbeitsgrundlage. Die gemeldeten Angaben fließen dann unter anderem in die Artenschutzkartierung beim Bayerischen Landesamt für Umwelt ein.

Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich bei folgenden Ansprechpartnern zu melden, wenn Sie eine Äskulapnatter sehen sollten:

Für den Raum Rottal-Inn bis einschließlich Pocking ist Daniel Renner, Tel. 08573 2613 114, info@kettennattern.de zuständig. Meldungen im Raum Passau nimmt Otto Aßmann, Tel. 08591 932 23, assmann-obernzell@t-online.de entgegen. Außerdem ist die Arbeitsgruppe Äskulap stets an neuen Mitgliedern interessiert, die sich für den Schutz der Äskulapnatter einsetzen wollen.

Wichtig sind für die Arbeitsgruppe eine genaue Ortsangabe, das Datum, die Anzahl der Fundtiere und wenn möglich ein Foto. Auch länger zurückliegende Funde können gemeldet werden.

Die Vorkommen der Äskulapnatter in den Donauleiten seien mittlerweile ausreichend bekannt, so die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe. Daher seien vor allem Beobachtungen in den Siedlungen und entlang der Seitentäler besonders interessant.

Die Schlangenforscher weisen darauf hin, dass die Äskulapnatter zu den streng geschützten Arten zähle. Die Tiere dürfen weder gestört oder gar der Natur entnommen werden.


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