22.03.2018, 15:26 Uhr

Kraftwerk Schärding-Neuhaus Förderung von Magerrasenstandorten

(Foto: VERBUND)(Foto: VERBUND)

In der Winterperiode 2017/2018 haben die Grenzkraftwerke mit Gehölzfreistellungen beim Kraftwerk Schärding-Neuhaus begonnen.

Dadurch wird das Entstehen von Magerrasenflächen gefördert und ein Beitrag zu Schaffung und Erhalt von insektenfreundlichen Blühflächen geleistet.  Anlass für die Umsetzung waren die positiven Ergebnisse aus anderen Unterhaltsbereichen von VERBUND.

Im Unterhaltsbereich der Grenzkraftwerke hat das Unternehmen für die Sicherheit zu sorgen. Für Dämme und Deiche bedeutet das, dass diese (zum Teil komplett) von Bewuchs freigestellt werden müssen bzw. die Entwicklung zu starken Bewuchses vermieden werden muss. Zu groß wäre die Gefahr, dass im Hochwasserfall die Dammsicherheit beeinträchtigt wird. Wo zusätzlich die Verkehrssicherungspflicht, z. B. für die Radwege, schlagend wird, ist darüber hinaus sicherzustellen, dass – etwa durch geschädigte Bäume - keine Gefahr für Menschen besteht. 

„Seit Bestehen der Grenzkraftwerke wurden die erforderlichen Maßnahmen zur Freihaltung und Reduktion von Bewuchs immer nach ihrer Notwendigkeit geplant. Dazwischen konnten sogar bis zu 10 Jahre und mehr vergehen. Nun haben sich die Vorschriften und Vorgaben der Behörden geändert“, erklärte Andreas Auer von den Grenzkraftwerken. Beim Kraftwerk Schärding-Neuhaus haben die Grenzkraftwerke bereits mit der Umsetzung eines neuen Konzepts begonnen: „An Dämmen und Deichen entlang des Inn haben wir viel Erfahrung mit der Entwicklung von Dammflächen und neu entstehenden Magerrasenstandorten gesammelt. Die Instandhaltungsarbeiten bei Schärding-Neuhaus und auch Egglfing-Obernberg werden naturschutzfachlich durch ein externes Büro begleitet. Der Bewuchs  für die Dammflächen wie auch die zukünftige Pflege werden laut Konzept umgesetzt. Ein mehrmaliges Mähen ausgewählter Flächen zu unterschiedlichen Jahreszeiten wird hierfür erforderlich.“

Umfangreiche Vorbereitungen

Nach eingehender, standortspezifischer Planung durch ein Fachbüro und Abstimmung mit Behörden und Umweltverbänden wird nun ein entsprechendes Bewuchskonzept für die Dämme und Deiche umgesetzt. Konkret sollen insektenfreundliche Blühflächen, Magerrasenstandorte, Buschgruppen, Steinwürfe und Brennen entstehen. Die Erhaltung dieser Flächen wird durch ein entsprechendes Pflegekonzept sichergestellt. 

Derartige Maßnahmen bedeuten zuerst immer einen Eingriff in die Natur. Andreas Auer betonte den nachhaltigen Mehrwert dieser Ausrichtung der Flächen, nach der künftig weitere Bereiche gepflegt werden sollen: „Wir halten zukünftig regelmäßig und dauerhaft Bewuchs zurück, der die Bereiche beschatten und wertvolle Magerstandorte verdrängen würde. Mit Hilfe des Menschen entstehet so Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere – darunter heimische Orchideen und Eidechsen.“


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