22.02.2018, 13:20 Uhr

Hilfe für seltene Eulen Endlich wieder Schleiereulenbrut im Landkreis Passau

Schleiereulen sind sehr anspruchsvolle Vögel. (Foto: Herbert Henderkes / LBV Bildarchiv)Schleiereulen sind sehr anspruchsvolle Vögel. (Foto: Herbert Henderkes / LBV Bildarchiv)

Viele Jahre konnte der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. – Verband für Arten- und Biotopschutz (LBV) im Landkreis Passau keine Schleiereulenbruten mehr nachweisen.

PASSAU Der Bestand bereitet schon seit Jahren Sorgen. „Die Art erholt sich einfach nicht mehr,“ meint Ruth Waas, Biologin beim LBV. Im vergangen Jahr konnten wieder nur sechs Brutpaare in den LBV-Kästen in Niederbayern gezählt werden. Erfreulicherweise war eine dieser Bruten im Landkreis Passau im Raum Aldersbach.

Als der Landesbund für Vogelschutz 1992 ein Artenhilfsprogramm für die Schleiereule startete, galt diese Art in Niederbayern bereits als ausgestorben. Mittlerweile werden im Regierungsbezirk über 400 Nistkästen betreut. Das ist eine enorme Herausforderung für die ehrenamtlichen Helfer des LBV, die nur durch die finanzielle Unterstützung durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und die Regierung von Niederbayern und die Aufgeschlossenheit der heimischen Landwirte zu bewältigen ist.

Schleiereulen sind sehr anspruchsvolle Vögel. In Niederbayern findet man sie eigentlich nur in den Flussniederungen, weil hier die Winter milder sind und nur selten länger eine geschlossene Schneedecke die Jagd nach Beute erschwert. Als Kulturfolger sind sie sehr stark vom Menschen abhängig. Sie suchen in exponierten Gebäuden – Kirchen, Scheunen oder auch Ruinen nach Unterschlupf. Von hier aus machen sie sich auf die Jagd nach Kleinsäugern. Wenn Wiesen, Hecken, Weg- und Feldraine verschwinden, Scheunen verschlossen und Mäuse vergiftet werden, finden Schleiereulen nicht mehr genug zu fressen und verschwinden.

„Wenn wir wollen, dass diese faszinierende Art in unserer Heimat erhalten bleibt, müssen wir dringend etwas tun“, appelliert Waas vom LBV. Besonders wichtig ist, dass nicht alle Scheunen hermetisch verschlossen sind. Ein offenes Tor oder ein Einflugloch im Giebel hilft vor allem im Winter einen Unterschlupf und einen geschützten Bereich zum Jagen von Mäusen zu finden. Aber auch die Bedingungen im Umfeld müssen stimmen.

Natürlich können Schleiereulen auch außerhalb der Nistkästen brüten. Wer Vorkommen der hellen Eule mit dem markanten herzförmigen Gesichtsschleier kennt, kann sich gerne beim LBV melden. Hier kann auch ein kostenloses Faltblatt mit der Bauanleitung für einen Nistkasten angefordert werden: LBV Niederbayern, Bahnhofstr. 10, 92415 Straubing, niederbayern@lbv.de oder als Download auf niederbayern.lbv.de unter der Rubrik Artenschutz.


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