24.11.2017, 16:11 Uhr

Neue Messungen des VCD Kreisverbands Passaus Luft genauso verschmutzt wie in München

In Passau herrscht weiterhin schmutzige Luft – das belegen Messungen des VCD.In Passau herrscht weiterhin schmutzige Luft – das belegen Messungen des VCD.

Neue Messungen des Verkehrsclubs: Passau sei „fast doppelt so dreckig wie erlaubt“

PASSAU Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat erneut Messungen durchgeführt und weist darauf hin, dass Passau mit der Landeshauptstadt München in puncto giftige Stickoxide in der Luft gleichgezogen hat: Die Luftverschmutzung in Passaus Innstadt liege ähnlich hoch wie in der berüchtigten Landshuter Allee in München.

„Zwar hat Passau insgesamt weniger Stellen als München, an denen der Grenzwert von 40 Mikrogramm überschritten wird, aber Passau hat auch weniger Straßen. Anteilig kann man durchaus sagen: Die Verhältnisse bei der Luftqualität ähneln denen in München“, stellt Bernd Sluka, Vorsitzender des VCD Kreisverbands Passau, fest.

So hat der Verkehrsclub am Kirchenplatz, dem Zugang zur Innstadt, im Juli 67 Mikrogramm NO2 je Kubikmeter Luft festgestellt. Da die Luft zur mehrwöchigen Messzeit sauberer war als über das ganze Jahr, zeige dieser Wert etwa 76 Mikrogramm im Jahresmittel an, fast doppelt so dreckig wie erlaubt. An der Landshuter Allee in München waren es 80, am Stachus 56. Auch in der Schmiedgasse und an der Freyunger Straße wurde laut VCD der Grenzwert von 40 Mikrogramm im Jahresmittel überschritten. Bedenklich nahe am Grenzwert liegen Nikolastraße, Anger und Schanzl. Dort seien ebenfalls Überschreitungen möglich, denn die NO2-Belastung ist 2017 in den ersten zehn Monaten um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. „Als Erstes müssen nun amtliche Messungen in den belasteten Bereichen der Innstadt, Ilzstadt und Innenstadt folgen. Gegebenenfalls sind dann kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der krankmachenden Luftverschmutzung notwendig, so wie sie in München bereits durch das Verwaltungsgericht vorgeschrieben wurden“, fordert Sluka.

Auf keinen Fall könne sich die Stadt weiterhin darauf hinausreden, dass der amtliche Mittelwert „nur 30 Mikrogramm“ betrage und damit „weit unterhalb“ der vorgeschriebenen Eingreifschwelle läge. Denn an allen Messstellen des VCD sei die NO2-Belastung deutlich höher als an der offiziellen Messstation an der Racklau neben der Donau. Es sei also die Messstation, die falsche Werte liefert.

„Sie muss schnellstmöglich an eine Stelle verlagert werden, an der sie die Gefährdung der Bewohner realistisch wiedergibt“, so die Forderung des Verkehrsclubs. Der VCD wird daher in der nächsten Woche das Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt suchen.

Stickoxide wirken vor allem schädigend auf die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem. Der Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit beträgt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, der im Mittel eines Jahres nicht überschritten werden darf. Zum Schutz der Vegetation, die ebenfalls geschädigt wird, beträgt der kritische Wert 30 Mikrogramm.


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