16.05.2018, 20:13 Uhr

Eine Blumenwiese für die Artenvielfalt Jugendsozialarbeit startet Umweltprojekt am Sonderpädagogischen Förderzentrum

Die Stadt Waldkraiburg unterstützte das Projekt mit dem Pflanzen eines Bienenbaumes (Foto:  Foto: Landratsamt Mühldorf a. Inn)Die Stadt Waldkraiburg unterstützte das Projekt mit dem Pflanzen eines Bienenbaumes (Foto: Foto: Landratsamt Mühldorf a. Inn)

Bei strahlendem Sonnenschein hat im Mai eine Schülergruppe der siebten Klassen des Sonderpädagogischen Förderzentrums eine Blumenwiese im Siemenspark angelegt. Auf der 160 quadratmetergroßen Fläche sollen heimische Wildblumen wachsen und verschiedenen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten.

MÜHLDORF/WALDKRAIBURG Die Aktion ist der Beginn und das erste von vier Projektmodulen eines größeren Umweltprojektes unter dem Motto „Meine Umwelt – tierisch interessant“. Durchgeführt wird es von der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), welche sich in Trägerschaft des Landkreises Mühldorf befindet. Es ist Teil des bayernweiten Projektes „Weltaktionsprogramm als Chance: Bildung für nachhaltige Entwicklung trifft Jugendsozialarbeit“ und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert. Als eines von nur zwei Projekten in ganz Oberbayern im Förderzeitraum 2018 erhielt der Landkreis die Zusage auf Förderung.

Die Fläche für die Wiese wurde von der Stadt Waldkraiburg im Rahmen des Projektes „Waldkraiburg blüht auf“ zur Verfügung gestellt. „Gerne haben wir die Anregung aufgenommen, zusammen mit den Schülerinnen und Schülern des Förderzentrums eine Blühwiese zu gestalten“, so der Umweltreferent des Waldkraiburger Stadtrats, Gerd Ruchlinski.

Jugendsozialarbeiterin Christine Marchner freut sich, dass im Siemenspark ein so gut geeigneter Ort für die Wiese gefunden werden konnte: „Aufgrund des sandig-lehmigen Bodens konnten wir einen sogenannten Magerrasen anlegen“, erklärt Marchner. „Dieser besteht aus Pflanzen, die wenige Nährstoffe benötigen und ist besonders artenreich. Auch die Pflege ist sehr einfach. Die Wiese muss nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden.“

Auf der ausgewählten Fläche war die Grasnarbe zuvor bereits von den Stadtwerken entfernt worden, sodass die Schüler den Boden nur noch mit dem Rechen bearbeiten mussten. Anschließend wurde unter der fachkundigen Anleitung von Landwirt Georg Hans das Saatgut ausgebracht. Von ihm stammte auch die Samenmischung für den Siemenspark, denn auf seinem Hof in Mimmelheim vermehrt er regionale Wildblumen. Die Samen mussten zum Schluss noch festgedrückt werden. Das erledigten die Schüler mit speziellen Brettern, die sie an den Füßen festschnallen konnten. Dabei war Teamarbeit und gute Koordination gefragt.

Um den Schülern zu zeigen, welche Pflanzen aus den verschiedenen Samen wachsen werden, hatte Lucia Karrer vom Bund Naturschutz einige Bilder vorbereitet. Außerdem hatte sie Becherlupen mitgebracht, denn viele der Samenkörner waren winzig klein. So ausgestattet versuchten die Schüler, die Blumen den einzelnen Samen zuzuordnen. „Das Gänseblümchen kennt jeder“, meint die Diplom Geographin, „doch kaum jemand hat schon einmal den Samen dieses kleinen Blümleins zu Gesicht bekommen.“ Bei dem kleinen Ratespiel wurde deutlich, wie vielfältig die Formen und Farben der Samen sein können.

Um das Projekt zusätzlich zu unterstützen, pflanzte Christian Stöckl, der Gärtner der Stadtwerke, gemeinsam mit den Schülern noch einen Bienenbaum. Dieser auch Duftesche genannte Baum komme aus Asien, sei aber sehr nektarreich und blühe auch noch im Herbst. „Das ist sehr hilfreich für die nektarliebenden Insekten“, betont Marchner, „denn sie finden im Herbst oft nicht mehr so viel Nahrung.“ Ziel der Aktion sei es immerhin, die Lebensbedingungen dieser Insekten zu verbessern. Aus diesem Grund werde die Schülergruppe des Förderzentrums auch noch eine Wildbienennisthilfe bei der neu angelegten Blumenwiese aufstellen.

Neben den Wildbienen geht es bei dem Umweltprojekt aber auch noch um andere Wild- und Nutztiere. Über das Jahr 2018 verteilt werden verschiedene Aktionen stattfinden. Für Dezember ist schließlich eine Abschlusspräsentation aller Projektteile am Sonderpädagogischen Förderzentrum geplant.


0 Kommentare