20.01.2020, 15:18 Uhr

Überraschende Wende EnBW gibt Windkraftprojekt in Pfettrach endgültig auf

Windstille: Die Module des insgesamt rund 200 Meter hohen Windrades liegen derzeit im Wald bei Pfettrach. Sie sollen demnächst abgeholt werden. Foto: Grießer  (Foto:  Tobias Grießer)Windstille: Die Module des insgesamt rund 200 Meter hohen Windrades liegen derzeit im Wald bei Pfettrach. Sie sollen demnächst abgeholt werden. Foto: Grießer (Foto: Tobias Grießer)

Sieg für die Windkraftgegner in Pfettrach. Der Energieversorger „Energie Baden-Württemberg“ (EnBW) gibt seine Pläne, eine Windkraftanlage in einem Waldstück bei Pfettrach zu bauen, überraschend doch auf. Das teilte der Energieversorger am Montag in einer Pressemitteilung mit.

ALTDORF Um die Windkraftanlage war monatelang vor dem Verwaltungsgericht in Regensburg und dem Verwaltungsgerichtshof in München gestritten worden. Kern des Streits: EnBW hatte von OneSolar die Rechte für eine genehmigte Windkraftanlage mit zwei Windrädern kurz vor der Einführung der 10H-Abstandsregelung gekauft.

Der technische Fortschritt, insbesondere bei den Rotoren, hatte EnBW dann dazu bewogen, auf eine der Anlagen zu verzichten und bei der zweiten auf einen um etwa 40 Prozent ertragsstärkeren Typ mit der gleichen Gesamthöhe von 199,5 Meter zu setzen. Mit der moderneren Anlage hätten rechnerisch rund 2.400 Haushalte klimaschonend versorgt werden können.

Weil dafür das Genehmigungsverfahren neu eingeleitet hätte werden müssen, hätte jetzt nach Ansicht der Verwaltungsrichter – Windkraftgegner hatten gegen die Anlage geklagt – die mittlerweile geltende 10H-Abstandsregelung beachtet werden müssen. Demnach muss ein Windrad mindestens eine Distanz von der nächsten Wohnbebauung entfernt sein, die der zehnfachen Höhe der Anlage entspricht. EnBW kündigte daraufhin an, sich an die ursprünglichen Pläne halten zu wollen und zwei Anlagen zu errichten. Jetzt allerdings die überraschende Wende: Es wird gar nichts gebaut.

„Die zwischenzeitlich erwägte Realisierung der ursprünglich genehmigten Anlage wurde nach aktualisierten Erhebungen der Windverhältnisse in Verbindung mit den jetzigen Marktbedingungen verworfen“, so der Sprecher von EnBW, Ulrich Stark.

Weiter heißt es: „Gegenüber dem Landratsamt Landshut haben wir inzwischen den Verzicht auf diese Genehmigung erklärt, womit das formal beim Verwaltungsgericht Regensburg noch anhängige Verfahren beendet ist.“

Die nach dem verfügten Baustopp auf dem Gelände gelagerten Anlagenteile sollen möglichst bis Ende März verkauft und abtransportiert werden.


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