21.03.2019, 11:51 Uhr

Abstimmung im Verwaltungssenat Stadt will das Baden in der Isar erlauben

Die Isar im Stadtgebiet. Noch ist es zu kalt, um zu planschen. Im Sommer will der Oberbürgermeister hier aber das Baden erlauben. Foto: SchmidDie Isar im Stadtgebiet. Noch ist es zu kalt, um zu planschen. Im Sommer will der Oberbürgermeister hier aber das Baden erlauben. Foto: Schmid

Das Thermometer klettert über die 30 Grad-Marke, die Liegewiesen in Freibädern und Baggerseen sind gerammelt voll. Was liegt da näher, als in die Isar zu hüpfen und auf einer der Kiesbänke den Sommertag zu genießen? Im Stadtgebiet von Landshut war das bisher verboten. Am Mittwoch hat der Verwaltungssenat auf Vorschlag von Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) einstimmig beschlossen, das Badeverbot zu kippen. Im Landkreis ist das schon im Letzten Jahr passiert. Ein Badegewässer ist die Isar damit aber nicht. Es bleiben Risiken.

LANDSHUT .„Es ist unseren Bürgern nicht zu vermitteln, dass es für die Isar außerhalb der Stadt Landshut sowohl flussaufwärts, als flussabwärts kein Badeverbot gilt“, sagt das Stadtoberhaupt. Das stimmt, wie die Sprecherin des Landratsamtes Landshut auf Anfrage bestätigt. Im Dezember letzten Jahres hat die Behörde ebenfalls die Badeverbote in der Großen und Kleinen Vils, der Pfettrach, der Großen Laaber und dem Mühlbach aufgehoben. Dass das Schwimmen in den natürlichen Gewässern aber generell unbedenklich ist, bedeutet die Aufhebung der Badeverbote allerdings nicht. Badegewässer sind sie dadurch noch nicht. Denn nach wie vor gibt es eine Reihe von Risikofaktoren.

Exemplarisch dafür: der Gülle-Unfall, der sich in der letzten Woche im Landkreis ereignet hat. Da waren bei Eggersdorf bis zu 1.000 Kubikmeter tierische Fäkalien in die Große Laaber gelaufen. In so einer Brühe will natürlich niemand baden. Zum Glück sind solche Unfälle eher selten, allerdings stellt die Landwirtschaft natürlich eine Bedrohung für die Sauberkeit der Gewässer dar. Das Landratsamt setzt deshalb, wie auch der OB von Landshut, auf den „gesunden Menschenverstand“.

Nach Starkregenereignissen, so die Sprecherin des Landratsamtes, Carina Weinzierl, sei es nicht gerade empfehlenswert, ein Bad in der Isar zu nehmen. Zu viele Schadstoffe würden dann von den Feldern in den Fluss gespült. Weitere, nicht zu unterschätzende Gefahren sind die Strömung des Flusses und das Treibgut. Tatsächlich gibt es in München, wo das Badeverbot bereits vor Jahren aufgehoben wurde, immer wieder schwere und sogar tödliche Unfälle.

Ein Problem sind auch die Belastungen durch Keime. Aktuelle Werte gibt es praktisch nie. „Wir nehmen zwar Proben, doch bis die Ergebnisse da sind, ist das Wasser ja schon in Plattling, sagt Weinzierl. Tatsache ist allerdings, dass in den letzten Jahren viel für die Sauberkeit der Isar getan wurde. So wurden im Rahmen der Renaturierung des Flusses zum Beispiel in die Kläranlagen im Isar-Oberlauf UV-Desinfektionsanlagen in Betrieb genommen. Die Belastung mit Darmkeimen hat dadurch abgenommen. Beseitigt ist sie dadurch aber nicht. Die Krankheitserreger können noch immer von den Feldern eingeschwemmt werden. Das Problem der Isar im Bereich Landshut ist vor allem die Amper, die bei Moosburg in den Fluss mündet. Sie ist durch die Landwirtschaft stärker belastet. Aus Drainagen und von den Feldern gelangen Krankheitserreger in den Fluss und dadurch wieder in die Isar. Verhindern lassen wird sich das nie.

Es muss also letzten Endes jeder selbst entscheiden, ob er in der Isar planschen will. Vielleicht sollte man vorsichtshalber ganz einfach darauf achten, nicht zu viel Isar-Wasser zu schlucken und nach starken Regenfällen doch lieber ins Schwimmbad gehen.


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