07.03.2019, 15:43 Uhr

„Coffee-to-go“ und Umweltverschmutzung Stadt und Landkreis wollen den Pfandbecher

So sieht der Mehrwertbecher aus, der jetzt auch in Stadt und Landkreis eingeführt werden soll. (Foto: Landratsamt Landshut)So sieht der Mehrwertbecher aus, der jetzt auch in Stadt und Landkreis eingeführt werden soll. (Foto: Landratsamt Landshut)

Mit einer ungewöhnlichen Aktion sagen Stadt und Landkreis Landshut den Einweg-Kaffeebechern jetzt den Kampf an. Am Dienstag, 12. März, findet um 15 Ihr im Landratsamt ein „Runder Tisch Mehrwegbecher Landshut“ statt. Die Behörden haben dazu alle „Coffee-to-go-Anbieter“ in der Region eingeladen.

LANDSHUT Mikroplastik, Meeresverschmutzung und geplante Verbote bestimmter Kunststoff-Einwegartikel durch die Europäische Union sorgen derzeit für viel Diskussionsstoff. Nach dem Bayerischen Abfallwirtschaftsgesetz sollen Kommunen darauf hinwirken, dass möglichst wenig Abfälle entstehen. Zusammen mit den Kaffee-Anbietern soll bei dem Termin erörtert werden, in welchen Fällen der Einsatz von Mehrwegbechern im Pfandsystem für „Coffee to go“ sinnvoll und umsetzbar ist. Es geht um die Einführung eines Pfandbechers.

Als möglicher Geschäftspartner und Anbieter eines Pfandsystems wird die Firma Firma reCup GmbH ihr Mehrwegpfandsystem vorstellen. Mit über 1.850 Partnern in ganz Deutschland wurde der reCup-Becher bereits in einigen bayerischen Städten (München, Nürnberg, Wasserburg, Rosenheim) erfolgreich eingeführt.

Die Erfahrungen zeigen, dass sich das Pfandsystem nicht nur für „Coffee to go“-Laufkundschaft (an Ort A kaufen und an Ort B abgeben) sondern auch für Stammkunden und Kantinen eignet. Einzige technische Voraussetzung ist eine Spülmaschine für die Reinigung der Pfandbecher. Die Teilnahme am deutschlandweiten Pfandsystem rechnet sich nach Angaben der Firma reCup bereits ab einer Abgabemenge von 15 Einwegbechern pro Tag.

Die Pfandbecher werden von den Kaffee-Anbietern für einen Euro Einsatz bei reCup geordert und für einen Euro an Kunden abgegeben bzw. zurückgenommenn. Überzählige Becher können wiederum für einen Euro an reCup zurückgegeben werden. Die Anbieter müssen daher nicht in eigene Pfandbecher investieren, sondern nehmen einfach am bestehenden Pfandsystem teil. Daher ist auch die Teilnahme für eine begrenzte Zeit möglich. Wenn sich in der Region genügend Anbieter zusammenfinden und mindestens 30 „Coffee to go-Ausgabestellen“ teilnehmen, könnte sogar eine Regionaledition (ein so genannter „Landshut-Becher“) gestaltet werden – Regionen wie das Allgäu oder der Bodensee führen bereits solche Sondereditionen.

Die Vorteile für den Einsatz eines solchen Pfandsystems sind vielfältig: weniger Abfall, geringere Ausgaben für Einwegbecher, potenzielle Neukundengewinnung und Kundenbindung. Zudem kann sich der „Coffee to go“-Anbieter als innovatives und umweltbewusstes Unternehmen positionieren.

Aus diesen Gründen soll mit Unterstützung der kommunalen Abfallwirtschaft von Stadt und Landkreis, des Klimamanagements, des Amtes für Marketing und Tourismus sowie des Regionalmanagements die Bereitschaft zum Einsatz solcher Pfandbecher eingeholt und ein mögliches weiteres Vorgehen im Dialog mit allen Kaffee-Ausgabestellen abgestimmt werden. Der „Runde Tisch Mehrwegbecher Landshut“ ist eine öffentliche Veranstaltung, alle Interessierten können daran teilnehmen.


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