29.10.2020, 12:13 Uhr

Ressourcenverschwendung Weit weg von Kreislaufwirtschaft – Rekordhoch von Verpackungsmüllmengen

 Foto: Kathrin Lechl Foto: Kathrin Lechl

Noch nie waren die Zahlen des Umweltbundesamtes so hoch wie im Moment: Die Mengen an Verpackungsmüll wachsen immer weiter und die verbindlichen Ziele zur Abfallvermeidung bleiben Fehlanzeige. Deutschland entfernt sich sogar von diesen und damit auch von einer ressourcenleichten Kreislaufwirtschaft.

Niederbayern. Mehr als die Hälfte des Plastikmülls wird verbrannt, was zwar eine einfache und billige Entsorgung ist, aber auch eine immense Ressourcenverschwendung. „Die Bundesregierung muss jetzt alle Hebel in Bewegung setzen und dafür sorgen, dass die Kreislaufwirtschaft gestärkt und Ressourcen wiederverwendet werden“, fordert Rosi Steinberger, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz.

Die Bundesregierung kann zur Lösung beitragen, indem sie die EU-Plastikabgabe in Höhe von 1,4 Milliarden Euro von den Herstellern selbst bezahlen lässt und nicht Gelder aus dem allgemeinen Bundeshaushalt dafür verwendet. Denn steht die Plastikabgabe am Anfang der Wertschöpfungskette, schafft dies einen Anreiz für Hersteller und Handel, unnötigen Abfall zu vermeiden und ihre Verpackungen recyclingfreundlich zu gestalten. Außerdem sollten auch Mehrweglösungen – beispielsweise To-Go-Becher und wiederverwendbare Beutel für Obst und Gemüse – deutlich stärker gefördert und Pfandsysteme verbraucherfreundlicher werden.

„Wir müssen diese unglaubliche Ressourcenverschwendung unbedingt stoppen“, betont Rosi Steinberger, „und aktiv auf eine ressourcenleichte Kreislaufwirtschaft hinarbeiten“. Lösungen liefern derzeit meist private Initiativen, wie beispielsweise das deutschlandweite Pfandsystem für Coffee-To-Go-Mehrwegbecher „Recup“, das auch bereits in vielen niederbayerischen Städten Fuß gefasst hat – beispielsweise in Landshut, Deggendorf oder Dingolfing – oder das Label „Einmal ohne, bitte“, das eine Hilfestellung für müllfreies Einkaufen bietet. „Es wird Zeit, dass endlich auch die Bundesregierung aktiv wird und sich nicht auf den Leistungen privater Initiativen ausruht“, so die Abgeordnete.


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